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Krim-Angriff unterstreicht wachsenden Druck auf Moskau

Krim-Angriff unterstreicht wachsenden Druck auf Moskau
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Ein Muster zeichnet sich in der Langstreckenphase des Krieges ab. Wiederholte Angriffe und zunehmende Engpässe erschweren es beiden Seiten, kritische Infrastruktur vollständig zu schützen, doch die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass Russland diesen Druck stärker zu spüren bekommt. Dies ist kein theoretisches Problem mehr. Es ist nun auf dem Schlachtfeld sichtbar.

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Laut Wirtualna Polska, unter Berufung auf das estnische Verteidigungsministerium, hat Russland Schwierigkeiten, mit der Nachfrage nach Flugabwehrraketen Schritt zu halten, da die Bestände schneller aufgebraucht werden, als sie ersetzt werden können.

In den vergangenen Tagen gab es weniger direkte Gefechte, dafür jedoch mehr Angriffe über große Entfernungen. Schlamm und begrenzte Deckung drängen beide Seiten dazu, verstärkt Drohnen und Raketen einzusetzen, anstatt Bodentruppen zu manövrieren.

Luftverteidigungssysteme sind komplex und in der Herstellung zeitaufwendig. Dieses Ungleichgewicht macht sich zunehmend bemerkbar.

Es ist nicht mehr möglich, alles zu schützen. Kommandeure sind gezwungen zu entscheiden, was am wichtigsten ist – nicht immer erfolgreich.

Angriff auf der Krim

Der ukrainische Angriff auf die besetzte Krim erhöht diesen Druck weiter. Berichten des polnischen Mediums zufolge trafen ukrainische Streitkräfte Ziele nahe Libknechtivka und beschädigten zentrale Elemente eines S-400-Systems.

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Die Auswirkungen gehen über die sichtbare Zerstörung hinaus. Wenn Komponenten zur Erfassung und Koordination ausfallen, sinkt die Abfangfähigkeit erheblich.

Diese Kapazität wiederherzustellen, geht nicht schnell. Wie im Bericht festgestellt wird, kann der Wiederaufbau solcher Systeme Jahre dauern.

Das wahrscheinliche Ergebnis ist eine Umverteilung der Verteidigungssysteme. Systeme könnten aus anderen Regionen abgezogen werden, wodurch Lücken entstehen, die zuvor nicht vorhanden waren. Ähnliche Probleme traten bereits früher im Krieg auf, doch nun scheinen sie schwerer zu bewältigen.

Ausbau der Fähigkeiten

Gleichzeitig entwickelt die Ukraine Möglichkeiten, tiefer zuzuschlagen. United24 berichtet, dass eine im Inland produzierte ballistische Rakete bereits im Kampfeinsatz getestet wurde und ein Ziel in rund 300 Kilometern Entfernung traf.

Die Waffe trägt einen Gefechtskopf von mehr als 400 Kilogramm und dürfte trotz der Einschränkungen durch den Krieg in eine breitere Produktion übergehen.

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Auch die Genauigkeit hat sich verbessert. Vorliegende Berichte deuten darauf hin, dass moderne Lenksysteme Treffer innerhalb weniger Meter ermöglichen, selbst unter elektronischer Störung.

Die Geschwindigkeit bleibt für die Verteidiger eine Herausforderung. Schätzungen, die von Wirtualna Polska zitiert werden, beziffern die Abfangquote für Systeme wie S-300 und S-400 gegen solche Raketen auf etwa 30 Prozent.

Auffällig ist die Richtung, in die sich die Entwicklung bewegt. Die Ukraine erweitert stetig ihre Reichweite, während Russland gezwungen ist, seine begrenzten Verteidigungsressourcen auf eine wachsende Zahl militärischer Ziele zu verteilen. Dieser Druck dürfte in absehbarer Zeit nicht nachlassen.

Quellen: Wirtualna Polska, United24

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