Die russische Wirtschaft leidet weiterhin unter dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, der das Alltagsleben belastet.
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Jahrelange Sanktionen, Störungen und eine stärkere staatliche Kontrolle wirken sich nun auf die einfachen Bürger aus und verändern die Art und Weise, wie die Menschen auf ihr Geld zugreifen und es verwenden.
Bargeld-Anstieg
Laut The Moscow Times, zitiert von Onet, hoben die Russen im Januar 2026 mehr als 1,6 Billionen Rubel von Bankkonten ab, was zu aktuellen Wechselkursen etwa 17 Milliarden Dollar entspricht.
Der Wert ist der höchste seit März 2022, kurz nach Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine, als die Abhebungen 2,1 Billionen Rubel erreichten.
Gleichzeitig flossen laut den von der Zeitung zitierten Daten der russischen Zentralbank nur etwa 468 Milliarden Rubel oder rund 5 Milliarden Dollar in Festgeldanlagen zurück.
Wachsende Besorgnis
Die Hinwendung zu Bargeld spiegelt die wachsende Besorgnis über gesperrte Bankkarten und wiederholte Ausfälle des mobilen Internets wider.
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Insgesamt verzeichnete das Bankensystem allein im Januar einen Nettoabfluss von etwa 1,1 Billionen Rubel oder etwa 12 Milliarden Dollar.
Analysten sagen, dass ein solches Verhalten auf ein schwindendes Vertrauen in digitale Zahlungen und Finanzinstitute hindeutet. Ein Experte merkte an, dass eine ähnliche öffentliche Stimmung in Russland seit den frühen 2000er Jahren nicht mehr zu beobachten war.
Druck steigt
Ökonomen warnen, dass sich der Bankensektor destabilisieren und der Inflationsdruck verstärken könnte, wenn die Abhebungen in diesem Tempo anhalten.
Der Bericht hebt auch die zunehmende Kontrolle durch die Regierung hervor, einschließlich der steuerlichen Überwachung von „verdächtigen“ Transaktionen, was die öffentliche Besorgnis über die persönlichen Finanzen noch verstärkt hat.
Unabhängig davon haben Behörden und Banken die Begrenzung bestimmter Bargeldabhebungen im Rahmen von Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung erörtert.
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Tägliche Störungen
Millionen von Russen waren mit vorübergehenden Karten- oder Kontobeschränkungen konfrontiert, berichtete The Moscow Times, was Anfang Januar bis zu 2 bis 3 Millionen Menschen betraf.
Gleichzeitig haben weitverbreitete Internetausfälle, die seit dem letzten Jahr andauern, den Zugang zum Online-Banking und zu digitalen Zahlungen in Dutzenden von Regionen unterbrochen.
In Moskau haben sich die Ausfälle seit Anfang März verstärkt und betreffen mehr als 20 Bezirke.
Leben offline
Alltägliche Transaktionen sind schwieriger geworden, wobei die Einwohner von Problemen bei der Bezahlung in Cafés, der Nutzung von Park-Apps oder dem Zugriff auf Navigationstools berichten.
Der Rechtsexperte Sarkis Darbinian sagte gegenüber Novaya Gazeta, dass die Störungen mit Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Krieg zusammenhängen, einschließlich der Angst vor Drohnenangriffen.
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Da digitale Systeme versagen, greifen viele Russen auf Bargeld als zuverlässigere Möglichkeit zurück, ihr Geld in einem zunehmend unsicheren Umfeld zu verwalten.
Quellen: The Moscow Times, Onet.