Russlands enorme Größe wird normalerweise als Vorteil angesehen, doch in diesem Fall scheint sie für die russischen Streitkräfte ein Nachteil zu sein.
Neue ukrainische Angriffe haben die Energieinfrastruktur in Südrussland getroffen, wobei Brände an einem wichtigen Raffineriestandort ausbrachen.
Offizielle Stellen beider Seiten bestätigten den Vorfall, während sich die Spannungen weitab der Frontlinien weiter zuspitzen.
Und laut dem Institute for the Study of War (ISW) ereignen sich diese Entwicklungen inmitten eines umfassenderen Musters von Angriffen auf Treibstoff-, Hafen- und Militäranlagen in der Region – ein Muster, dem Putins Streitkräfte nicht gewachsen sind.
Der Öl-Angriff
Laut dem ukrainischen Generalstab haben ukrainische Streitkräfte in der Nacht vom 19. auf den 20. April ein Öltanklager der Raffinerie Tuapse in der Region Krasnodar angegriffen. Der Angriff soll einen erheblichen Brand am Standort ausgelöst haben.
Am 20. April veröffentlichtes geolokalisiertes Filmmaterial zeigte große Brände in der Raffinerie, was die Behauptung stützt. Die regionalen Behörden in der Region Krasnodar bestätigten ebenfalls den Angriff und die darauffolgenden Brände.
Der Vorfall ist Teil dessen, was Analysten als eine anhaltende Kampagne gegen die russische Infrastruktur bezeichnen, die mit Logistik und Energieversorgung verbunden ist.
Angriffswelle
Das ISW merkt an, dass jüngste Operationen mehrere Standorte in der Region Krasnodar zum Ziel hatten. Dazu gehören das Ölterminal Sheskharis und ein Marineschiff bei Noworossijsk Anfang April sowie Ölpumpstationen in Krymsk und Tichorezk.
Weitere gemeldete Angriffe trafen den Hafen Naftoexport und ein Öldepot in Tuapse sowie den Seehafen in Jeisk, so Berichte, die vom ISW zitiert wurden.
Die wiederholten Angriffe deuten auf eine Ausweitung des geografischen Umfangs hin, wobei die Infrastruktur über die gesamte Region verteilt ist.
Wachsende Kritik
Das russische ultranationalistische Medium Tsargrad kritisierte lokale Beamte und warf ihnen vor, „schöne Berichte“ zu veröffentlichen, die die wahre Situation verschleiern. Es wurde auch behauptet, die Behörden würden den Tourismus priorisieren, einschließlich der Offenhaltung von Stränden, trotz Drohnenbedrohungen und Ölverschmutzungen.
Die Kritik kommt, da einige regionale Führer unterschiedlich reagieren. Der Gouverneur des Leningrader Gebiets, Alexander Drozdenko, bestätigte jüngste Angriffe und kündigte Bemühungen zur Stärkung der Luftabwehr an.
Das ISW schätzte ein, dass die russischen Streitkräfte vor anhaltenden Herausforderungen stehen, die weit verstreute Infrastruktur im ganzen Land zu verteidigen.
Quellen: Institute for the Study of War, regionale Behörden, Tsargrad