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Russland gegen Israel? Mindestens 40 israelische Bürger in Moskau festgenommen

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Ihnen wurde angeblich vorgeworfen, in den Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran verwickelt zu sein.

Eine Gruppe israelischer Passagiere, die in Moskau ankam, wurde unerwartet festgenommen, was diplomatische Besorgnis auslöste.

Laut Mediazona nahmen russische Sicherheitskräfte am 19. April mindestens 40 israelische Staatsbürger fest, die aus Tel Aviv am Moskauer Flughafen Domodedowo ankamen.

Eine mit der Situation vertraute Quelle teilte dem Medium mit, dass sich unter den Festgehaltenen sowohl israelisch-russische Doppelstaatsbürger als auch Israelis ohne russische Staatsbürgerschaft befanden. Die Gruppe wurde Berichten zufolge etwa fünf Stunden lang unter restriktiven Bedingungen festgehalten.

Während dieser Zeit wurde den Festgehaltenen der Zugang zu Essen, Wasser und Toiletten verwehrt, so die Quelle gegenüber Mediazona.

Die russischen Behörden haben auf die Berichte nicht reagiert.

Forderungen bezüglich Mobiltelefonen

Laut derselben Quelle verhielten sich die Sicherheitsbeamten harsch und wiesen die Reisenden an, ihre Mobiltelefone zu entsperren.

Als die Festgehaltenen sich weigerten, drängten die Beamten nicht weiter, sondern forderten sie stattdessen auf, ihre Geräte auszuschalten.

Es folgten Verhöre, bei denen einige Personen zu geopolitischen Themen befragt wurden, darunter der Konflikt mit dem Iran.

Politische Äußerungen

Während der Befragung sollen Sicherheitskräfte gezielte Äußerungen gemacht haben, die Russlands Haltung zum Iran widerspiegelten.

Sie sagten den Festgehaltenen, dass der Iran ein Verbündeter Russlands sei und dass der Feind des Iran „auch unser Feind“ sei. Die Beamten sagten auch, Moskau sei „nicht glücklich“ über israelische Staatsbürger und dass sie „umsonst gekommen“ seien.

Diese Äußerungen, wie von der Quelle beschrieben, verliehen dem, was als Grenzkontrollvorfall begann, eine politische Dimension.

Freilassung und Reaktion

Nach etwa fünf Stunden wurden die Festgehaltenen freigelassen, jedoch erst, nachdem sie „Warn“-Dokumente unterschrieben hatten, die die „Unzulässigkeit von Gesetzesverstößen“ darlegten.

Die Quelle bemerkte in dieser Phase einen Tonwechsel und sagte, die Beamten seien bei der Ausstellung der Dokumente „sehr höflich und vorsichtig“ geworden.

Das israelische Außenministerium reagierte am folgenden Tag. „Den Russen wurde mitgeteilt, dass ein solches Verhalten völlig inakzeptabel ist und dass Israel diesen Vorfall als äußerst ernst betrachtet“, berichtete Zirat.

Angespannte diplomatische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Israel verstärkten sich, nachdem Wladimir Putin im Jahr 2000 in Russland an die Macht gekommen war.

Die enge Partnerschaft Russlands mit dem Iran hat jedoch die Beziehungen zwischen Moskau und Jerusalem belastet, und laut dem Jerusalem Institute for Strategy and Security lässt sich das aktuelle Verhältnis zwischen den beiden Ländern am besten als „vorsichtige Koexistenz“ beschreiben.

Quellen: Mediazona, Zirat, Jerusalem Institute for Strategy and Security