Ein Late-Night-Witz hat in den Vereinigten Staaten eine politische und mediale Gegenreaktion ausgelöst.
Nun hat sich die First Lady mit eigenen scharfen Worten in den Streit eingeschaltet, wie DR News berichtet.
First Lady reagiert
Melania Trump hat den Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel kritisiert, nachdem dieser gewitzelt hatte, sie habe „den Glanz einer zukünftigen Witwe“, laut DR News.
Die Bemerkung wurde gemacht, bevor ein Schusswaffen-Vorfall ein hochkarätiges Abendessen in Washington, D.C. störte, an dem politische Persönlichkeiten und Journalisten teilnahmen.
In einer auf sozialen Medien geteilten Erklärung bezeichnete die First Lady Kimmel als „Feigling“ und verurteilte seine Kommentare als „hasserfüllt und gewalttätig“.
„Menschen wie Kimmel sollten nicht erlaubt sein, jeden Abend in unsere Häuser zu kommen, um Hass zu verbreiten.“
Aufruf zum Handeln
Melania Trump forderte auch den Sender hinter Kimmels Show auf, zu reagieren.
„Es reicht. Es ist an der Zeit, dass ABC (der Fernsehsender, der Kimmels Show ausstrahlt, Anm. d. Red.) Stellung bezieht. Wie oft noch wird die Führung von ABC Kimmels verabscheuungswürdiges Verhalten auf Kosten unserer Gemeinschaft dulden?“, heißt es in einer auf den sozialen Medien der First Lady veröffentlichten Erklärung.
Ihre Äußerungen folgen auf frühere Kritik von Präsident Donald Trump, der Berichten zufolge darauf gedrängt hat, Kimmel aus dem Fernsehen zu entfernen.
Kimmel reagiert
Kimmel äußerte sich während seiner Sendung zu der Kontroverse und wies die Anschuldigungen zurück.
„Wissen Sie, wie es ist, wenn man manchmal aufwacht und die First Lady fordert, dass man gefeuert wird?“, sagte er in der Sendung.
Er betonte, der Witz sei nicht als Drohung gemeint gewesen, und wiederholte, dass er vor dem Schusswaffen-Vorfall gemacht worden sei.
Verteidigung des Witzes
Laut NBC News habe Kimmel gesagt, der Kommentar sei auf den Altersunterschied des Paares abgezielt gewesen, anstatt Gewalt zu implizieren.
„Es war ein sehr kleiner Witz über die Tatsache, dass er fast 80 ist und sie jünger als ich. Es war überhaupt kein Aufruf zu einem Attentat, und das wissen sie. Ich habe mich seit vielen Jahren offen gegen Waffengewalt ausgesprochen. Aber ich verstehe, dass die First Lady eine sehr stressige Erfahrung gemacht haben muss und dass es jede Woche in diesem Haus stressig sein muss“, sagte Kimmel.
Er schlug auch vor, dass Bedenken hinsichtlich der Rhetorik umfassender angegangen werden sollten.
„Sie können damit beginnen, ein Gespräch mit Ihrem Ehemann darüber zu führen“, sagte der Talkshow-Moderator.
Breitere Spannungen
Der Streit verdeutlicht anhaltende Reibereien zwischen der Trump-Regierung und Medienvertretern.
ABC und dessen Muttergesellschaft Disney haben sich zu der Situation nicht geäußert.
Die Kontroverse reiht sich ein in ein Muster von Auseinandersetzungen zwischen dem Präsidenten und Late-Night-Moderatoren in den letzten Jahren.
Quellen: DR News, NBC News