Die Pipeline soll angeblich nur einen Meter Durchmesser gehabt haben.
Die russischen Streitkräfte sind nicht in der Lage, auf dem Schlachtfeld nennenswerte Fortschritte zu erzielen. Im April gelang es den ukrainischen Verteidigern sogar, mehr als 116 km² zurückzuerobern.
Dies zwingt die russischen Streitkräfte, alternative Wege zur Geländegewinnung zu suchen. Ein großer Teil der aktuellen russischen Taktik basiert auf Infiltrationsoperationen, bei denen kleinere Gruppen versuchen, hinter die ukrainischen Linien zu gelangen.
Kürzlich versuchte eine russische Sturmgruppe, sich mithilfe einer Gas-Hauptleitung unbemerkt hinter die ukrainischen Linien zu schleichen.
Und wie ist es ausgegangen? Nun …
Eine lange Reise unter der Erde
Laut Ukrinform sollen die Kämpfer mehr als 13 Kilometer in dem Metallrohr zurückgelegt haben. Sie nutzten kleine Karren und Roller, um sich darin fortzubewegen.
Über Einstiegspunkte auf russischem Territorium bauten die Streitkräfte Umgehungstunnel und richteten Kommunikationsposten innerhalb der Pipeline ein, die lediglich einen Meter Durchmesser hatte.
Die Ausgänge mündeten nahe ukrainischer Schützengräben an der Achse Orikhiv.
Doch der Plan barg ein erschreckendes Geheimnis für die Männer, die hineingeschickt wurden. Eine Flucht war unmöglich.
Kanonenfutter
Ein von der 65. Separaten Mechanisierten Brigade der Ukraine veröffentlichtes Video zeigte einen gefangenen russischen Soldaten, der ihre düstere Realität schilderte.
Der Gefangene sagte: „Es wurde klar, dass wir als Kanonenfutter dorthin geschickt wurden.“ Er habe erkannt, dass jeder wusste, dass sie niemals zurückkehren könnten. „Nachdem jede Gruppe eingetreten war, wurde die Pipeline zugeschweißt“, fügte er hinzu.
Ukrainische Truppen wussten, dass der Angriff bevorstand, und hatten das Gebiet nahe den Ausgängen laut Ukrinform lange vorbereitet. Die Verteidiger streuten einfach Flugblätter mit Kapitulationsanweisungen aus.
Die Berichte geben nicht an, ob es auf einer der Seiten Verluste gab, als die russischen Soldaten kapitulierten.
Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte ist dies der vierte bekannte Infiltrationsversuch russischer Kräfte über eine Pipeline in diesem Jahr.
Quellen: Ukrinform, Südliche Verteidigungskräfte der Ukraine, 65. Separate Mechanisierte Brigade, 71. Separate Luftbewegliche Brigade, United24Media