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Die Zensur zensieren: Der Kreml versucht, das Wort „Verbot“ zu verbieten

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Laut dem Institut für Kriegsstudien ist dies wahrscheinlich Teil eines Plans, die öffentliche Wahrnehmung vor den Wahlen im September zu beeinflussen.

Die Kontrolle der öffentlichen Meinung ist ein heikler Balanceakt für jede politische Führung, die eine bevorstehende Abstimmung sichern möchte.

Wenn unpopuläre Maßnahmen eine Gegenreaktion hervorrufen, verlagert sich das übliche Vorgehen oft von der Änderung der Regeln hin zur Änderung der öffentlichen Debatte.

Im modernen digitalen Zeitalter geht es bei der Steuerung der Stimmung einer Nation darum, genau die Worte zu kontrollieren, die Menschen auf ihren Bildschirmen sehen, und genau das versucht der Kreml in Russland, während sich der Krieg in der Ukraine hinzieht.

Weit verbreitete Ausfälle des mobilen Internets sowie das Verbot mehrerer Apps – darunter die weit verbreiteten Dienste Telegram und WhatsApp – wurden von der Einführung eines staatlich kontrollierten positiven Filtersystems begleitet, das vom Ministerium für digitale Entwicklung und den Telekommunikationsregulierungsbehörden implementiert und als „weiße Liste“ bezeichnet wird.

Natürlich berichten russische Medien über diese Entwicklungen, einschließlich kremlfreundlicher Sender und Agenturen. Es scheint jedoch, dass der Kreml nun noch mehr Kontrolle über das Narrativ ausüben möchte.

Wörter, die es zu vermeiden gilt

Laut dem unabhängigen russischen Nachrichtenportal Meduza hat der politische Block der Präsidialverwaltung kürzlich eine bizarre Anweisung an staatliche Nachrichtenredaktionen herausgegeben.

Beamte wiesen regierungsnahe Medien an, das Wort „Verbot“ in ihren Artikeln zu vermeiden. Meduza berichtete am 21. Mai und zitierte drei anonyme Mitarbeiter, die die neuen Sprachregelungen bestätigten.

Anstatt sich auf Einschränkungen zu konzentrieren, müssen die Medien nun ihre Berichterstattung über staatliche Geldstrafen und Maßnahmen gegen die Meinungsfreiheit reduzieren.

Dennoch steht es den Medien völlig frei, über Entscheidungen zu berichten, wann immer der Staat beschließt, ein Verbot aufzuheben.

Ein therapeutischer Impuls

Laut dem Institute for the Study of War (ISW) zielt dieser strategische Wandel darauf ab, das öffentliche Image der regierenden Partei Einiges Russland zu schützen.

Der Grund ist einfach. Angesichts der entscheidenden Wahlen zur Staatsduma, die für September 2026 angesetzt sind, möchte der Kreml einen reibungslosen Sieg sicherstellen.

Die Präsidialverwaltung erwartet von den Medien, stattdessen „positive und therapeutische“ Initiativen der Partei hervorzuheben. Dies beinhaltet die starke Förderung von Parteimitgliedern, wann immer diese sich gegen staatliche Verbote aussprechen.

Dieser Strategie folgend gab der Generalsekretär des Generalrats von Einiges Russland, Wladimir Jakuschew, am 19. Mai eine öffentliche Erklärung ab. Er betonte, dass die politische Gruppe keine „Partei der Verbote“ sei und daran arbeite, zu erklären, warum der Staat Zensur vermeiden sollte.

Brutale Maßnahmen gegen die Meinungsfreiheit

Diese umfassende Umbenennungsmaßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Präsident Wladimir Putin einen spürbaren Rückgang der öffentlichen Unterstützung erlebt. Jüngste Regierungsmaßnahmen haben den Zugang zu virtuellen privaten Netzwerken, bekannt als VPNs, sowie zu ausländischen Messaging-Plattformen stark eingeschränkt.

Diese digitalen Barrieren verursachen erhebliche Störungen im täglichen Leben gewöhnlicher russischer Bürger. Durch die Drosselung des mobilen Internetzugangs hat der Staat eine Welle innerer Frustration ausgelöst.

Während die Öffentlichkeit ein sanfteres Medienbild wahrnimmt, bleiben die tatsächlichen Maßnahmen unglaublich hart. Sicherheitskräfte bringen kritische Militärblogger regelmäßig zum Schweigen.

Um Dissens zu unterdrücken, inhaftieren die Behörden diese Kommentatoren entweder oder schicken sie zu gefährlichen Sturmeinheiten an die Front in der Ukraine.

Quellen: Meduza, Erklärung des Generalsekretärs des Generalrats von Einiges Russland Wladimir Jakuschew, Institute for the Study of War