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Xi und Kim bereiten sich auf ein hochrangiges Treffen in Pjöngjang vor

Xi Jingping Kim Jong-Un
Shutterstock + Wiki Commons

Die Reise bringt ein seltenes Treffen auf höchster Führungsebene zurück auf die diplomatische Agenda. Sie findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Pjöngjang seine Beziehungen sowohl zu Peking als auch zu Moskau ausbalanciert.

Der chinesische Präsident Xi Jinping wird am 8. und 9. Juni Nordkorea besuchen, wie aus Mitteilungen chinesischer und nordkoreanischer Staatsmedien hervorgeht, über die Associated Press berichtet.

Es wird Xis erster Besuch in Nordkorea seit 2019 sein. In Pjöngjang wird er voraussichtlich mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zusammentreffen.

China war im vergangenen Jahr für 20 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels verantwortlich, berichtet Digi24. Damit ist die Beziehung nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich von großer Bedeutung.

Der chinesische Staatssender CCTV erklärte, Xi werde den Staatsbesuch „auf Einladung von Kim Jong Un“ absolvieren. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA bestätigte die Reise, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.

Peking will Pjöngjang eng an sich binden

Besuche chinesischer Präsidenten in Nordkorea sind selten. Xis Reise im Jahr 2019 war laut Digi24 der erste Besuch eines chinesischen Staatschefs seit Hu Jintao im Jahr 2005.

Wie Reuters schreibt, wird dies zugleich Xis erste Auslandsreise des Jahres sein. Nordkorea hat seine Beziehungen zu Russland seit der Pandemie ausgebaut, unter anderem durch die Unterstützung von Moskaus Krieg gegen die Ukraine.

Das gibt Peking Anlass zum Handeln. Analysten zufolge möchte China verdeutlichen, dass es weiterhin Pjöngjangs wichtigster Partner bleibt – auch wenn Kim seine Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin vertieft.

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, erklärte laut Reuters, beide Seiten würden den Besuch nutzen, um „die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Nordkorea im Einklang mit den Erfordernissen der Zeit weiter voranzutreiben“.

Atompläne könnten die Gespräche prägen

Nordkoreas Waffenprogramm dürfte bei dem Treffen im Hintergrund eine wichtige Rolle spielen.

Kurz bevor der Besuch angekündigt wurde, berichteten nordkoreanische Staatsmedien, Kim habe eine neue nuklearbezogene Einrichtung besichtigt. Laut Associated Press forderte er, Nordkoreas nukleare Streitkräfte mit „exponentieller Geschwindigkeit“ auszubauen.

Die BBC berichtete, Südkorea hoffe, Xi könne Pjöngjang dazu bewegen, die Gespräche mit Seoul und Washington wieder aufzunehmen. Einfach wird das jedoch nicht. Kim hat Forderungen, Nordkorea solle sein Atomwaffenarsenal aufgeben, wiederholt zurückgewiesen.

China unterstützt seit Langem die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Die BBC weist jedoch darauf hin, dass Peking dieses Ziel inzwischen weniger direkt anspricht.

Für Kim zeigt Xis Besuch, dass China weiterhin ein entscheidender Partner bleibt. Für Xi sendet die Reise ein Signal an Moskau, Seoul und Washington, dass Peking nach wie vor einen direkten Draht nach Pjöngjang hat.

Quellen: Digi24, Reuters, Associated Press, BBC