Startseite Krieg Russischer Tech-Chef kritisiert Putins Internetblockaden als Geschenk für US-Spionage

Russischer Tech-Chef kritisiert Putins Internetblockaden als Geschenk für US-Spionage

Pavel Durov
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Durov ist der Ansicht, dass diese Bemühungen lediglich eine teure Illusion seien.

Wenn Regierungen versuchen, das Internet abzuschotten, behaupten sie üblicherweise, ihre Bürger vor ausländischen Bedrohungen zu schützen.

Sie streben die totale Kontrolle an. Doch eine dramatische neue Entwicklung zeigt, wie der Bau einer digitalen Mauer völlig nach hinten losgehen kann.

Unbeabsichtigte Spionage-Förderung

Pavel Durov, der milliardenschwere Gründer der Messaging-App Telegram, hat kürzlich die strenge russische Webzensur scharf kritisiert. Er argumentierte, dass die digitale Politik des Kremls scheitere. Schlimmer noch, er ist der Ansicht, dass sie unbeabsichtigt amerikanischen Spionen helfe.

Die Kritik erfolgte nur wenige Tage, nachdem Apple eine vom russischen Staat unterstützte App namens Max von seiner Plattform entfernt hatte. Durov warnte, dass der Wechsel zu inländischer Software nichts löse. Laut The Moscow Times erklärte er, dass jede App, die auf westlichen Betriebssystemen laufe, für externe Beobachter vollständig anfällig bleibe.

Auf seinem persönlichen Kanal schrieb Durov, dass „Zensur und Internetblockaden Russland nur noch weiter von der ‚digitalen Souveränität‘ entfernt haben“. Er behauptet, diese Systeme seien zutiefst unsicher. Insbesondere merkte er an, dass Telefone mit iOS oder Android „gezielter US-Überwachung und -Zensur durch Hintertüren und App-Stores ausgesetzt“ blieben.

Falsche digitale Souveränität

Russland hat Jahre damit verbracht, sein Internetnetzwerk zu isolieren, um seine Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern. Durov ist jedoch der Ansicht, dass diese Bemühungen lediglich eine teure Illusion seien.

Er postete, die aktuelle Einrichtung sei „nichts als Potemkinsche Dörfer mit einem deutlichen Korruptionsgeschmack“. Für ihn bedeute es „lediglich, die Verpackung zu ändern, ohne die Kernrealität zu verändern“.

Seine scharfen Kommentare folgen einer kürzlichen Ankündigung des russischen FSB-Sicherheitsdienstes. Die Behörde beschuldigte große Webhosting-Unternehmen, westlichen Spionen dabei zu helfen, hochrangige russische Beamte über deren iPhones zu überwachen. Dennoch macht Durov den Kreml für eine massive Talentabwanderung verantwortlich.

„Der russische Beamte, der das Internet kaputt gemacht und das Land unter dem Deckmantel der ‚digitalen Souveränität‘ um Jahrzehnte zurückgeworfen hat, verdient eine nationale Sicherheitsmedaille – von den USA“, fügte Durov hinzu.

Kampf um private Netzwerke

Unterdessen ist das Leben für gewöhnliche Telegram-Nutzer in Russland erheblich schwieriger geworden, da die lokalen Behörden begonnen haben, Geschwindigkeiten zu drosseln und Anrufe zu blockieren. Um diese frustrierenden technischen Blockaden zu umgehen, müssen sich die Menschen auf virtuelle private Netzwerke verlassen. Es ist ein ständiges digitales Katz-und-Maus-Spiel.

Russische Beamte argumentieren, dass die strengen Beschränkungen aufgrund von Sicherheitsbedenken und anhaltenden Cyberangriffen notwendig seien. Telegram hat jedoch Behauptungen zurückgewiesen, es erlaube kriminelle Aktivitäten. Stattdessen sagt das Unternehmen, der Kreml versuche lediglich, die Bürger zur Nutzung der staatlich unterstützten Max-App zu zwingen, die laut Kritikern für die Massenüberwachung entwickelt worden sei.

Quellen: The Moscow Times, AFP