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WM-Spannungen: Irans Nationalmannschaft trainiert in Mexiko

IRANIAN FANS ON THE STANDS
Marco Iacobucci Epp / Shutterstock.com

Die Vorbereitungen der Mannschaft wurden durch Reiseprobleme und verspätete Genehmigungen beeinträchtigt. Zudem sind Funktionäre und Anhänger vor dem ersten Spiel in unterschiedliche Streitigkeiten verwickelt.

Irans Spieler trainieren in Mexiko statt in Arizona, nachdem verspätete Genehmigungen für US-Visa die WM-Vorbereitungen der Mannschaft durcheinandergebracht haben. Dadurch ist das Team nun auf der anderen Seite der Grenze von den Austragungsorten seiner Gruppenspiele untergebracht.

AP berichtete jedoch, dass Spieler, Trainer und unverzichtbares Betreuerpersonal schließlich die erforderlichen US-Visa erhalten haben.

Einige Funktionäre und andere Mitglieder der Delegation wurden jedoch nicht zur Einreise zugelassen oder warten noch auf eine Genehmigung.

Mexiko ersetzt Arizona

Iran hatte geplant, in Arizona zu bleiben, reiste nach einem Trainingslager in der Türkei jedoch stattdessen nach Tijuana.

Die Mannschaft wird zwischen den Spielen in Mexiko bleiben, obwohl alle drei Gruppenspiele in den Vereinigten Staaten ausgetragen werden.

Iran trifft zum Auftakt am 15. Juni in Los Angeles auf Neuseeland, kehrt am 21. Juni an denselben Spielort zurück, um gegen Belgien anzutreten, und spielt am 26. Juni in Seattle gegen Ägypten.

Am Flughafen von Tijuana sagte Nationaltrainer Amir Ghalenoei gegenüber The Guardian:

„Wir hätten bereits vergangene Woche hier sein sollen, weil ein Zeitunterschied von zwölf Stunden zwei Wochen zur Anpassung erfordert.“

Ghalenoei erklärte zudem, dass bei den Turniervorbereitungen menschliche und ethische Aspekte vor technischen Fragen berücksichtigt werden sollten. Er fügte hinzu, dass Iran seiner Ansicht nach nicht so behandelt worden sei.

Kapitän Ehsan Hajsafi hinterfragte den Zeitpunkt der Genehmigungen.

„Warum so spät?“, sagte er laut The Guardian.

Die iranische Botschaft in der Türkei warf den Vereinigten Staaten eine „vorsätzliche und diskriminierende Behandlung der iranischen Fußballnationalmannschaft“ vor.

Ein Vertreter der US-Regierung wies die Beschwerden Irans zurück und sagte gegenüber The Guardian:

„Wir werden nicht zulassen, dass die iranische Mannschaft dieses System missbraucht, um unter falschen Vorwänden Terroristen in die Vereinigten Staaten einzuschleusen.“

Der Visastreit hat die WM-Vorbereitung Irans ungewöhnlich angespannt gemacht. Die Spieler haben zwar die Erlaubnis zur Teilnahme erhalten, doch Fragen bezüglich der Einreise von Funktionären und weiteren Delegationsmitgliedern bleiben bestehen.

Anhänger stehen vor einem separaten Konflikt

Die letzte offene Frage betrifft die Anhänger. Laut Al Jazeera behauptet der iranische Fußballverband, dass ihm die offizielle Ticketzuteilung für die Gruppenspiele in den Vereinigten Staaten entzogen worden sei.

Der Verband erklärt, dass er iranischen Anhängern keine Tickets für die Gruppenspiele mehr zur Verfügung stellen könne, obwohl einige Anhänger bereits Reisevorbereitungen getroffen haben.

Er bezeichnete den angeblichen Entzug als „Widerspruch zum Geist internationaler Wettbewerbe und zum Grundsatz der Gleichbehandlung aller teilnehmenden Länder“.

Der iranische Fußballverband forderte die FIFA und die Turnierorganisatoren auf, den Zugang zu den Tickets wiederherzustellen. Weder die FIFA noch die US-Organisatoren haben sich bislang öffentlich zu dem Vorwurf geäußert.

Quellen: AP, The Guardian, Al Jazeera