Der Kampf gegen den Klimawandel fühlt sich oft wie ein unmöglicher Kampf gegen die Schwerindustrie an.
Regierungen suchen fieberhaft nach neuen Technologien, um die emissionsintensivsten Fabriken zu säubern, bevor die Zeit abläuft. Nun ist ein massives finanzielles Hilfspaket auf den größten Umweltverschmutzer eines Landes ausgerichtet, berichtet Reuters.
Massives grünes Hilfspaket
Dänemark hat offiziell einen gigantischen Vertrag über 16,5 Milliarden Kronen unterzeichnet, um ein massives Umweltprojekt zu finanzieren. Die Summe entspricht Subventionen von rund 2,55 Milliarden US-Dollar. Ziel ist es, Treibhausgase einzufangen, bevor sie die Atmosphäre schädigen können.
Empfänger dieser historischen Auszahlung ist Aalborg Portland, der größte Kohlenstoffdioxidemittent des Landes. Laut Reuters untermauert die Vereinbarung Dänemarks ehrgeizigen Plan, die Emissionen um 70 Prozent zu senken.
Die Unternehmensführung sieht die Finanzspritze als grünes Licht für den industriellen Wandel. „Wir könnten nun den entscheidenden Schritt zur Realisierung eines Projekts unternehmen, das nicht nur im dänischen Kontext bedeutsam sei, sondern auch zu den größten industriellen CO2-Abscheidungsprojekten (Kohlenstoffdioxid) in Europa zähle“, erklärte Soren Holm Christensen, CEO von Aalborg Portland, in einer Mitteilung.
Zementproduktion säubern
Die traditionelle Zementproduktion ist ein notorisch umweltschädliches Geschäft. Die Industrie erzeugt etwa 8 Prozent der weltweiten industriellen Kohlenstoffdioxidemissionen. Diese Verschmutzung entsteht durch die Kohle, die zum Beheizen riesiger Öfen verwendet wird, und durch den chemischen Prozess der Umwandlung von Kalkstein in Baumaterialien.
Das neu angekündigte Subventionsprogramm wird 2030 starten und fünfzehn Jahre laufen. Gemäß den Vertragsbedingungen erhält das Unternehmen 875 Kronen für jede Tonne Kohlenstoff, die es erfolgreich abscheidet.
Dieser Satz summiert sich auf 1,1 Milliarden Kronen pro Jahr. Die Finanzierung ist darauf ausgelegt, die hohen Kosten für das Abscheiden, den Transport und die Speicherung von jährlich bis zu 1,25 Millionen Tonnen Emissionen zu decken.
Eine umstrittene Lösung
Um diese technische Meisterleistung zu vollbringen, arbeitet der Zementhersteller mit globalen Partnern zusammen. Air Liquide wird die Abscheidungstechnologie liefern. Harbour Energy wird derweil die notwendige Infrastruktur für den Transport und die Speicherung des abgeschiedenen Gases tief unter der Erde errichten.
Die Internationale Energieagentur hat erklärt, dass die Kohlenstoffabscheidungstechnologie für die Erreichung der globalen Klimaziele unerlässlich sei. Dennoch sind nicht alle davon überzeugt, dass diese kostspielige Strategie sinnvoll ist.
Kritiker stellen offen infrage, ob die Technologie kommerziell rentabel ist. Sie argumentieren, dass diese teuren Projekte der Schwerindustrie lediglich erlauben, weiterhin fossile Brennstoffe zu verbrennen, anstatt auf grüne Energiealternativen umzusteigen.
Quellen: Reuters