Wenn die Jahreszeiten wechseln, freuen sich die Menschen normalerweise auf wärmere Tage und klaren Himmel.
Doch wenn die Temperaturen zu früh ansteigen, kann die Freude schnell getrübt sein. Eine plötzliche Welle extremer Hitze hat Europa gerade in Aufruhr versetzt und die Verantwortlichen völlig unvorbereitet getroffen, berichtet DR News
Glühend heiße Frühlingstage
Eine beispiellose Hitze hat in Frankreich und Großbritannien Rekorde gebrochen. In London erreichten die Temperaturen unglaubliche 35 Grad Celsius. Es ist das heißeste Ende Mai, das Westeuropa je verzeichnet hat.
Der plötzliche Anstieg löste bei globalen Führungspersönlichkeiten sofort Besorgnis aus. The Guardian berichtete, dass UN-Klimachef Simon Stiell das Extremwetter als „eine brutale Erinnerung an die sich zuspitzenden Folgen der Klimakrise“ bezeichnete.
Stiell machte die menschliche Abhängigkeit von Öl, Kohle und Gas für die sengenden Temperaturen verantwortlich. „Die Wissenschaft zeigt deutlich, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel diese Hitzewellen häufiger und extremer macht“, so Simon Stiell.
Gefangen in einer Hitzeglocke
Lokale Wissenschaftler verweisen auf eine Kombination aus Treibhausgasen und einem massiven Hochdrucksystem, das über dem Kontinent gefangen ist. Der nationale Wetterdienst Météo-France erklärte, dass diese „Hitzeglocke“ die Temperaturen um bis zu 13 Grad über den für diese Jahreszeit üblichen Werten liegen ließ.
Die Bewältigung der Folgen ist zu einem dringenden Problem geworden. Stiell merkte an, dass der Schutz von Gemeinschaften „eine Kernaufgabe für alle Nationen“ sei, da die Kosten stiegen. Er verwies auch auf die anhaltende Energiekrise im Nahen Osten. „Und es beginnt damit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen viel schneller zu beenden“, sagt er.
Die menschlichen Opferzahlen steigen bereits. Im Vereinigten Königreich sind neun Menschen während der Hitzewelle auf tragische Weise ertrunken. Die Royal Life Saving Society teilte der BBC mit, dass das heiße Wetter diesen Anstieg der Unfälle direkt verursache.
Tragische Folgen
Frankreich steht vor einer ähnlichen Krise, mit sieben Todesfällen, die mit der Hitzewelle in Verbindung gebracht werden. Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte im französischen Fernsehen, dass fünf dieser Opfer ertrunken seien, was die Behörden dazu veranlasste, in mehreren Regionen strenge orangefarbene Warnungen auszusprechen.
Auch Spanien leidet unter der Hitze. Die Temperaturen werden voraussichtlich im Laufe dieser Woche 40 Grad Celsius überschreiten. Ein offizieller Sprecher des Wetterinstituts Aemet, Rubén del Campo, erklärte, dass die extremen Muster ein klarer Beweis für einen sich verändernden Planeten seien. „Sowohl diese warme Periode als auch das atmosphärische Muster, das sie verursacht, sind ein untrennbarer Bestandteil des Klimawandels“, so Rubén del Campo.
Quellen: Dr News, The Guardian, Météo-France, BBC, Royal Life Saving Society, Aemet