Behördenleiter werden die Gewinner direkt auswählen.
Polizeibehörden sind stark auf staatliche Zuschüsse für den täglichen Betrieb angewiesen. Nun liegt ein riesiger Berg an Bundesmitteln bereit, der jedoch an strenge Bedingungen geknüpft ist.
Milliarden mit Haken
Das US-Justizministerium bietet fast eine Milliarde Dollar an Zuschüssen für die öffentliche Sicherheit an.
Laut NPR, zitiert von Raw Story, sind diese Mittel an eine schwerwiegende Bedingung geknüpft. Lokale Behörden müssen zustimmen, mit Bundesmigrationsbeamten zusammenzuarbeiten.
Die Trump-Regierung will die lokale Polizei nach Operationen in Städten wie Chicago stärker in die Aufgaben der Grenzsicherung einbinden.
Tahir Duckett von Georgetown Law wies auf die drastische Wahl hin.
„Sie versuchen, Gelder, auf die lokale Behörden seit Jahren angewiesen sind, zu entziehen und sagen: ‚Nun, wenn Sie diese Gelder wollen, dann müssen Sie uns bei unserer Einwanderungsdurchsetzung helfen‘“, sagte er dem Medium.
Umgehung der üblichen Regeln
Ein Großteil dieser Gelder stammt aus dem COPS-Programm, das seit Jahrzehnten die Einstellung von Beamten finanziert.
Doch ein neuer Fonds namens Model Cities Initiative sorgt für Besorgnis. Er wird dreihundert Millionen Dollar an nur eine Handvoll mittelgroßer Städte vergeben.
Anstatt reguläre Expertengremien zur Prüfung der Anträge einzusetzen, werden die Behördenleiter die Gewinner direkt auswählen.
Amy Solomon, eine ehemalige Beamtin des Justizministeriums, hob die ungewöhnliche Vorgehensweise hervor. „Das ist höchst ungewöhnlich und besonders besorgniserregend, da die Zuschüsse den standardmäßigen kompetitiven Peer-Review-Prozess zu umgehen scheinen“, erklärte sie gegenüber NPR.
Ausgrenzung von Gegnern
Jede Stadt, die die föderalen Einwanderungsbemühungen behindert, wird sofort leer ausgehen. Gleichzeitig werden Orte, die Grenzschutzbeamte aktiv unterstützen, bevorzugt behandelt.
Kritiker argumentieren, dass diese Vorgehensweise als bewusste Falle dient, um demokratisch geführte Gebiete von der Finanzierung auszuschließen.
Insha Rahman vom Vera Institute of Justice sieht ein klares politisches Motiv. „Was ist das Endergebnis? Die einzigen Städte und Gemeinden, die sich bewerben, sind republikanisch geführte Städte“, prognostizierte sie.
Eine tiefe Spaltung
Viele Polizeichefs haben sich gegen die Vermischung lokaler Patrouillen mit der Grenzkontrolle gewehrt. Die Verwischung der Grenzen zerstört das öffentliche Vertrauen und hält verängstigte Zeugen davon ab, sich zu melden.
Das Justizministerium wies diese Bedenken zurück. Beamte bezeichneten die Beschwerden als „lächerlich“ und prahlten damit, gefährliche Kriminelle gefasst zu haben.
Unterdessen fügte das Department of Homeland Security eine strenge Warnung hinzu. Sie erklärten, dass Städte, die sich weigern zu helfen, Bundesagenten dazu zwingen würden, eine „sichtbarere Präsenz“ auf den lokalen Straßen einzunehmen.
Quellen: NPR, Raw Story