Der Verteidigungsminister erklärte, die Ukraine werde mit erheblichen Problemen im Integrationsprozess konfrontiert sein, wenn sie weiterhin bestimmte nationalistische Gruppen als offizielle Staatssymbole verwende.
Polen wird den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union nicht unterstützen, es sei denn, Kiew ändert seine Haltung zu umstrittenen historischen Persönlichkeiten, sagte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz in einem Fernsehinterview mit Polsat News.
Der Verteidigungsminister erklärte, die Ukraine werde mit erheblichen Problemen im Integrationsprozess konfrontiert sein, wenn sie weiterhin bestimmte nationalistische Gruppen als offizielle Staatssymbole verwende. Konkret fordert Warschau Kiew auf, die Ehrung von Anführern der OUN und UPA, darunter Stepan Bandera, einzustellen.
Kosiniak-Kamysz betonte, dass ein Beitritt zur Europäischen Union die Erfüllung strenger Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf die historische Erinnerung, voraussetze. Er ist der Ansicht, dass Nationen keine partnerschaftlichen Beziehungen auf der Grundlage von Persönlichkeiten aufbauen können, die Schmerz verursachen und Lügen über Nachbarländer verbreiten.
Während des Interviews übermittelte der Minister eine deutliche Botschaft zu dem andauernden Streit. Er erklärte: „Die EU kann diejenigen, die die europäische Zusammenarbeit zerstören, nicht auf ein Podest stellen. Die Ukraine wird der Europäischen Union nicht mit Bandera beitreten.“
Steigende diplomatische Spannungen
Die scharfen Kommentare folgen auf eine Reihe eskalierender politischer Maßnahmen zwischen den beiden Regierungen.
Der polnische Präsident Karol Nawrocki entzog dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kürzlich den prestigeträchtigen Orden des Weißen Adlers, wie die Ukrainska Pravda berichtete.
Die Entscheidung fiel, nachdem Selenskyj ein Dekret unterzeichnet hatte, mit dem eine Militäreinheit nach UPA-Helden benannt wurde. Als Reaktion darauf kündigten mehrere ukrainische Beamte an, ihre polnischen Staatsauszeichnungen zurückzugeben.
Auch die öffentliche Meinung in Polen entfernt sich zunehmend von einer Unterstützung der regionalen Integration. Eine aktuelle Meinungsumfrage ergab, dass die Mehrheit der polnischen Bevölkerung einen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union derzeit ablehnt.
Kampf um Helden
Oppositionspolitiker in Warschau drängen die Regierung, eine noch härtere Linie einzuschlagen. Jarosław Kaczyński, Vorsitzender der Partei Recht und Gerechtigkeit, forderte Polen öffentlich auf, die bevorstehenden Integrationsgespräche mit Kiew zu blockieren.
Unterdessen zeigt die Ukraine wenig Interesse daran, ihre nationale Erzählung umzuschreiben, um ihrem Nachbarland zu gefallen. Am Verfassungstag der Ukraine brachte Selenskyj einen Gesetzentwurf zur Errichtung eines nationalen Pantheons für bedeutende historische Persönlichkeiten ein.
Der ukrainische Präsident verteidigte nachdrücklich das Recht seines Volkes, über seine eigene nationale Kultur zu bestimmen. Selenskyj betonte: „Niemand wird uns jemals vorschreiben, wie wir leben, wie wir sprechen, wen wir lieben, wem wir dankbar sein oder welche Helden wir ehren sollen.“