Ein Abgeordneter hat bereits den „Anchors Away Act“ eingebracht, der ein solches Verbot verhängen würde.
Das Weiße Haus erlitt einen Rückschlag, als der Oberste Gerichtshof eine Exekutivanordnung zur Beendigung des Geburtsortprinzips aufhob. Als Reaktion darauf brachte Berater Stephen Miller im Fernsehen eine radikale Alternative ins Spiel.
In einem Gespräch bei Fox News schien Miller vorzuschlagen, schwangeren Ausländerinnen die Einreise in die Vereinigten Staaten vollständig zu verwehren. Der Hardliner-Berater äußerte tiefe Frustration über die Schutzbestimmungen des 14. Verfassungszusatzes.
„Man muss jetzt sehr genau darüber nachdenken, wen man auch nur vorübergehend ins Land lässt, wegen der Möglichkeit, wie Sie sagten, des Geburtstourismus“, sagte Miller dem Moderator Jesse Watters.
„Menschen kommen hierher, nur um Babys auf amerikanischem Boden zu bekommen, und dieses Baby wird ein lebenslanger Bürger“, sagte Miller und behauptete, Familien würden öffentliche Hilfen ausnutzen.
Heftiger politischer Gegenwind
Während der Sendung drängte Watters auf Klarheit. „Verbieten wir schwangeren Frauen die Einreise nach Amerika?“, fragte Watters. „Verbieten wir schwangeren Ausländerinnen die Einreise?“
Miller antwortete, die Regierung müsse ihre Optionen prüfen. Er behauptete, Mütter kehrten in ihre Heimatländer zurück und erhielten weiterhin amerikanische Sozialleistungen.
Der Vorschlag löste scharfe Kritik aus. Auf MSNBC verurteilte Moderator Chris Hayes Millers Argumente scharf und bezeichnete sie als extrem, wahnhaft und rassistisch.
Hayes wies darauf hin, dass der Oberste Gerichtshof bereits 1898 das Geburtsortprinzip für Kinder chinesischer Einwanderer bestätigt hatte. Diese Entscheidung erging nur zwei Jahre, nachdem dasselbe Gericht die Rassentrennung bestätigt hatte.
Bestehende Reisebestimmungen
Unterdessen gehen Bundesbehörden bereits gegen den Geburtstourismus vor. Eine Regelung des Außenministeriums aus dem Jahr 2020 erlaubt es Beamten, Antragstellern Visa zu verweigern, die hauptsächlich beabsichtigen, auf amerikanischem Boden zu gebären.
Das Justizministerium nimmt auch Netzwerke ins Visier, die solche Reisen erleichtern. Falsche Angaben in Visumanträgen bleiben ein bundesweites Betrugsdelikt.
Dennoch fordern einige Gesetzgeber strengere Gesetze. Der Abgeordnete Andy Ogles brachte den „Anchors Away Act“ ein, um allen schwangeren ausländischen Staatsangehörigen die Einreise in das Land zu verbieten, nachdem er erklärt hatte, dass „SCOTUS Amerika verraten hat“.
