Die Gruppe lehnt die moderne katholische Kirche ab, wobei ein Bischof behauptet, „die modernistische Kirche sei eine Wüste, die alles töte, was sie berühre“.
Der Vatikan kündigte ein umfassendes Vorgehen gegen eine abtrünnige traditionalistische Gruppe an, nachdem diese dem Papst getrotzt hatte.
Am Donnerstag erklärte die oberste Glaubensbehörde der katholischen Kirche, dass alle Priester und formellen Anhänger der Priesterbruderschaft St. Pius X. nun exkommuniziert seien, wie CNN und Reuters berichteten.
Die drastische Strafe erfolgte, nachdem die in der Schweiz ansässige Gruppe am Mittwoch vier neue Bischöfe ohne päpstliche Genehmigung geweiht hatte. Laut Reuters besagt das Dekret des Vatikans, dass sich die ultratraditionalistische Bewegung nun in einem formalen Zustand des Schismas befinde.
Das Kirchenrecht schreibt vor, dass nur der Papst neue Bischöfe ernennen kann. Dies gewährleistet die ununterbrochene Linie zurück zu den Aposteln. Ein Verstoß dagegen führt automatisch zur Exkommunikation.
Sakramente für ungültig erklärt
Dieser Schritt markiert eine deutliche Eskalation im Vergleich zu früheren Auseinandersetzungen. Im Jahr 1988 führten unerlaubte Bischofsweihen lediglich zu Sanktionen gegen die beteiligten Bischöfe.
Nun weitet der Vatikan sein Vorgehen aus.
Das neue Dekret schränkt die Tätigkeit der Gruppe erheblich ein. Der Vatikan warnte, dass von der Bruderschaft vorgenommene Eheschließungen oder Beichten vollständig „ungültig“ seien.
Die abtrünnige Gruppe, auch bekannt als Lefebvristen, behauptete, sie habe die Weihen vornehmen müssen. Am Mittwoch erklärten Vertreter, die Entscheidung sei „aufgrund außergewöhnlicher Umstände“ getroffen worden, um über ausreichend Führungspersonal zu verfügen.
Ablehnung moderner Reformen
Im Zentrum der erbitterten Spaltung steht eine jahrzehntelange Ablehnung der Reformen der katholischen Kirche. Die Bruderschaft lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils aus den 1960er-Jahren vollständig ab, die Landessprachen in die Messe einführten und den Antisemitismus verurteilten.
Papst Leo XIV. hat die Wahrung der weltweiten Einheit der Kirche zu einem zentralen Ziel seines Pontifikats gemacht. Vor der Zeremonie warnte der Papst, die Weihen seien ein „schismatischer“ Akt und eine „Sünde von äußerster Schwere“.
Experten sagen, der Pontifex ziehe eine klare Grenze. Massimo Faggioli, Experte für das Papsttum an der Villanova University, sagte Reuters, Leo habe keinerlei Interesse an Kompromissen bei den historischen Reformen der 1960er-Jahre.
Die abtrünnige Gruppe bleibt trotzig ihrem traditionellen Weg verpflichtet. Pater Michael Goldade, ein neu geweihter Bischof aus dem Seminar der Gruppe in Virginia, wetterte nach der Zeremonie und behauptete, „die ‚modernistische Kirche‘ sei eine Wüste, die alles töte, was sie berühre“.