Der Kreml sieht sich in der Region wachsendem Druck ausgesetzt.
Seit mehr als vier Jahren kämpft die russische Armee in der Ukraine, doch Russland ist nicht nur in Osteuropa präsent.
Der Kreml versucht auch, in Afrika Fuß zu fassen, doch man kann mit Sicherheit sagen, dass dies kein unkompliziertes Unterfangen ist, wie die Ereignisse vom frühen Donnerstagmorgen im Norden Malis belegen.
Laut Reuters transportierte ein großer russischer Militärkonvoi mehr als 200 Kämpfer des paramilitärischen russischen Afrika-Korps sowie über 100 malische Soldaten.
Reuters zitierte drei Sicherheitsquellen, und ein Vertreter einer Rebellengruppe bestätigte, dass die Truppen plötzlich unter heftigen Beschuss gerieten, als sie in Richtung der nördlichen Stadt Anefis unterwegs waren.
Hubschrauber und Verbündete
Offizielle Stellen wissen noch nicht, ob der lokale Al-Qaida-Ableger an dem Angriff beteiligt war. Ein Sprecher der Azawad Liberation Front beanspruchte jedoch schnell die Verantwortung für den Hinterhalt vom Donnerstag.
Die Kämpfe zogen schnell regionale Mächte hinein. Drei Quellen berichteten, dass das benachbarte Niger, ein enger Verbündeter der malischen Regierung, Flugzeuge entsandte, um während der Gefechte entscheidende Luftunterstützung zu leisten.
Bislang blieben offizielle Reaktionen verhalten. Militärvertreter aus Mali und Niger reagierten nicht sofort auf Anfragen zu den Verlusten oder dem Stand der Operation.
Diese jüngste Welle der Gewalt folgt auf eine große Rebellenoffensive Ende April. Dieser Vorstoß zwang russische Truppen zum Rückzug, nachdem sie am Boden schwere Verluste erlitten hatten.
In Mali gefangen
Es war kein Einzelfall. Eine Sicherheitsquelle erklärte, dass ein weiterer Militärkonvoi auf dem Weg nach Norden Anfang der Woche von einem ähnlichen Angriff getroffen wurde.
Die jüngste Gewalt brach aus, nachdem die von Tuareg geführte Azawad Liberation Front und ein Al-Qaida-Ableger am 4. Juli landesweit umfassende Angriffe gestartet hatten. Diese Rebellengruppen destabilisieren den westafrikanischen Staat seit 2012.
Um gefährliche Hinterhalte am Boden zu vermeiden, hat das Afrika-Korps versucht, sich stärker auf Luftoperationen und Drohnen zu verlassen. Doch die Rebellen haben gezeigt, dass sie auch am Himmel zurückschlagen können.
Wenige Tage vor dem Hinterhalt, am 5. Juli 2026, sollen von Tuareg geführte Rebellen einen russischen Kampfhubschrauber nahe Gao abgeschossen haben. Die Azawad Liberation Front behauptete, das Fluggerät sei zerstört worden und die gesamte Besatzung sei ums Leben gekommen, berichtete Reuters.
Weder Moskau noch die malischen Behörden bestätigten den Verlust des Fluggeräts. Dennoch sieht sich die Militärregierung des Landes wachsendem Druck ausgesetzt, da aufständische Kräfte weiterhin wichtige Versorgungsrouten blockieren.