Auto verkaufen? Diese vier Fehler können teuer werden
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Der private Verkauf eines Autos wirkt oft harmlos, doch Experten warnen, dass er zunehmend ins Visier von Kriminellen gerät. Mit immer ausgefeilteren Betrugsmaschen sagt ein ehemaliger Polizeidetektiv, dass bereits das Erkennen weniger Warnzeichen helfen kann, schwere Verluste zu vermeiden.
Wachsende Gefahr
Rav Whilding, ehemaliger Ermittler der British Transport Police und regelmäßiger Experte in der BBC-Sendung Morning Live, erklärt, dass Menschen beim Fahrzeugwechsel häufig auf Betrugsversuche hereinfallen, mit denen sie nicht rechnen.
Kriminelle gäben sich oft als seriöse Käufer aus, teilweise ohne jede Absicht zu zahlen. Laut Whilding können schon kleine Unachtsamkeiten beim Verkauf schnell zu Diebstahl oder finanziellem Betrug führen.
Warnsignal bei der Bezahlung
Das erste Warnzeichen betrifft die Art der Bezahlung. Whilding rät zu besonderer Vorsicht bei Banküberweisungen, die angeblich bereits erfolgt sind.
„Wenn jemand zu Ihnen nach Hause kommt und sagt, er wolle das Auto kaufen, dann ist die Zahlungsweise der entscheidende Punkt“, sagte er.
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„Vertrauen Sie nicht darauf, wenn Betrüger auf ihrem Handy zeigen: ‚Hier, die Zahlung ist erfolgt.‘“
Screenshots ließen sich leicht fälschen, warnte er, und riet Verkäufern, weder Schlüssel noch Fahrzeugpapiere zu übergeben, bevor das Geld eindeutig auf dem eigenen Konto eingegangen ist. „Stellen Sie sicher, dass Sie auf Ihrem eigenen Gerät sehen, dass der Betrag gutgeschrieben wurde, und geben Sie das Fahrzeug oder die Unterlagen vorher nicht aus der Hand“, sagte er.
Vermeidung von Besichtigungen
Ein weiteres Warnsignal ist es, wenn ein Käufer sich weigert, das Auto persönlich zu besichtigen, oder stattdessen jemand anderen zur Abholung schickt.
„Wenn jemand nicht selbst zur Besichtigung kommt oder eine andere Person schickt, um das Auto abzuholen, ist das ein klares Warnzeichen“, erklärte Whilding.
Er berichtete, dass Fahrzeuge in manchen Fällen später mit angeblichen Mängeln oder Schäden zurückgebracht wurden, die zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht vorhanden waren, wodurch Verkäufer kaum eine Möglichkeit haben, das Gegenteil zu beweisen.
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Risiken bei Probefahrten
Whilding warnte außerdem vor unbeaufsichtigten Probefahrten. Verkäufer sollten niemals erlauben, dass ein Interessent das Fahrzeug allein fährt.
Er verwies auf einen kürzlichen Fall in Bournemouth, bei dem die Polizei eingeschaltet wurde, nachdem ein Auto während einer Probefahrt angeblich beschädigt worden war. Der Besitzer musste später rund 500 Pfund für Reparaturen im Innenraum zahlen.
Vor jeder Probefahrt sollten Verkäufer laut Whilding einen Führerschein, einen Versicherungsnachweis sowie einen Beleg dafür verlangen, dass der Käufer sich das Fahrzeug leisten kann.
Schlüsseltausch als Betrugsmasche
Die letzte Warnung betrifft sogenannte Schlüsseltausch-Betrügereien. Dabei gibt der Käufer nach der Probefahrt einen täuschend echten Ersatzschlüssel zurück und kehrt später zurück, um das Auto zu stehlen.
Whilding betonte, dass private Verkäufer besonders anfällig für diese Methode seien, und riet Opfern von Diebstahl, umgehend die Polizei zu kontaktieren. Betrugs- und Cyberdelikte sollten zudem bei Action Fraud gemeldet werden.
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Quellen: BBC