Das Dilemma der Mittelschicht: Zwischen höherem Brutto und sinkendem Netto

Geschrieben von Olivia Rosenberg

12 Wochen vor

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20/02/2024
Foto: Shutterstock
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Die versteckten Kosten der Mehrarbeit.

Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Deutschland steht vor einer paradoxen Herausforderung, wie Clemens Fuest, der Präsident des Ifo-Instituts, in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" darlegt. 

Viele Arbeitnehmer sehen sich mit dem Dilemma konfrontiert, dass sich Mehrarbeit finanziell kaum lohnt. 

Dieses Problem betrifft nicht nur Empfänger von Sozialleistungen wie dem Bürgergeld, sondern erstreckt sich auch auf Personen mit kleineren und mittleren Einkommen. 

Der Grund hierfür liegt in der Kombination aus steigenden Steuern, Sozialabgaben und dem Wegfall von Sozialtransfers wie Wohngeld oder Kinderzuschlag bei Einkommenssteigerungen. 

Fuest bringt ein anschauliches Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern in einer Stadt mit hohen Mieten, wie München, die durch Mehrarbeit ihr Einkommen von 3.000 auf 5.000 Euro brutto erhöht, sieht sich am Ende mit einem Nettozuwachs von lediglich 32 Euro konfrontiert. 

Diese Situation führt zu der ernüchternden Erkenntnis, dass sich der Mehraufwand nicht lohnt, was auf Spiegel berichtet wird.

Fuests Kritik unterstreicht die Notwendigkeit für politische Reformen. Er fordert eine Überprüfung und Anpassung der Transferleistungen, um sicherzustellen, dass Arbeitnehmer von ihrem Mehreinkommen einen größeren Anteil behalten können. 

Diese Maßnahme ist komplex, aber laut Fuest machbar und essentiell, um die Arbeitsanreize in Deutschland zu verbessern und eine gerechtere Verteilung des Einkommens zu gewährleisten.