Jagd auf Steuersünder: Meersburg setzt Ermittler auf Zweitwohnungen an

28/12/2023 10:54

Olivia Rosenberg

Deutschland
Foto: Shutterstock
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Kampf gegen unangemeldete Zweitwohnungen.

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In Meersburg am Bodensee hat Bürgermeister Robert Scherer den Verdacht, dass einige Einwohner ihren Zweitwohnsitz nicht angemeldet haben, um die Zweitwohnsitzsteuer zu umgehen.

Um diesem Steuerbetrug entgegenzuwirken, plant er nun den Einsatz eines städtischen Ermittlers, der ab Januar gezielt nach unangemeldeten Zweitwohnungen suchen soll.

Der Ermittlungsdienst, der vom Gemeinderat beschlossen wurde, soll dabei helfen, verwaiste Wohnungen und Häuser aufzuspüren, die nicht als Wohnsitze angemeldet sind, berichtet Hannes Köhle vom SWR für die Tagesschau

Offiziell sind in Meersburg rund ein Fünftel der Wohnungen als Zweitwohnsitze gemeldet. 

Die daraus resultierende Zweitwohnsitzsteuer wird unter anderem für den Erhalt der Infrastruktur verwendet. Nicht angemeldete Wohnungen führen zu Einnahmeverlusten für die Stadt.

Bürgermeister Scherer betont, dass es nicht hinnehmbar sei, wenn Menschen eine Wohnung in einem attraktiven Ort besitzen, aber nicht ihren Anteil dazu beitragen möchten. 

Er setzt auch auf Hinweise aus der Bevölkerung, um solche Wohnungen aufzuspüren. 

Die Situation am Bodensee ist besonders angespannt, da viele Ferien- und Zweitwohnungen kaum noch bezahlbaren Wohnraum für Einheimische übriglassen. 

Verschiedene Kommunen am Bodensee reagieren darauf mit einer Erhöhung der Zweitwohnsitzsteuer, um Zweitwohnungen unattraktiver zu machen.