Lehrermangel durch absurde Prüfungspraktiken?

Geschrieben von Olivia Rosenberg

16 Wochen vor

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29/01/2024
Foto: Shutterstock
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Hoher Druck auf junge Lehrer.

In deutschen Schulen hat sich ein ungewöhnliches und umstrittenes Ritual etabliert, das Lehramtsanwärter unter Druck setzt: das Zubereiten eines Frühstücks für die Prüfer während der Abschlussprüfungen. 

Dieser Brauch, der eigentlich streng untersagt ist, wird von vielen Nachwuchs-Lehrkräften als erniedrigend empfunden und hat sich in einigen Bundesländern, Bezirken und Kreisen über Jahre eingebürgert. 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert diese Praxis, da sie den ohnehin schon hohen Druck auf die Referendarinnen und Referendare bei ihren Prüfungsunterrichtsstunden unnötig verstärkt.

Das NRW-Bildungsministerium stellt klar, dass der Prüfling an der Vorbereitung, Durchführung oder sogar Finanzierung der Bewirtung der Prüfungskommission in keiner Weise beteiligt werden darf. 

Verstöße gegen diese Regelung müssen dem Prüfungsamt unverzüglich gemeldet werden, so die Frankfurter Rundschau. 

Trotz dieser klaren Vorgaben berichten viele Lehramtsanwärter von einem impliziten Druck, sich an diesem Ritual zu beteiligen, um ihre Prüfung nicht zu gefährden.

Diese Praxis wirft Fragen auf bezüglich der Professionalität und Ethik im Bildungsbereich und könnte potenziell junge Menschen davon abschrecken, den Lehrerberuf zu ergreifen. 

Die GEW betont, dass die Ausbildung in einer offenen und guten Lernatmosphäre stattfinden sollte, frei von solchen überholten und unangemessenen Ritualen.