Scheinvaterschaften in Deutschland: Ein System des Sozialbetrugs

Geschrieben von Olivia Rosenberg

Foto: Shutterstock.com
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Behörden fordern gesetzliche Regelungen.

Eine investigative Recherche von ARD-Kontraste und rbb24, über die die Tagesschau berichtet, hat eine gravierende Gesetzeslücke in Deutschland aufgedeckt, die zu einem massiven Missbrauch bei der Vaterschaftsanerkennung führt. 

Männer, die nicht die biologischen Väter sind, erkennen die Vaterschaft für Kinder an, die nicht ihre eigenen sind. 

Diese Praxis ermöglicht es den Kindern und ihren Müttern, Aufenthaltstitel und Sozialleistungen in Deutschland zu erhalten. 

Ein beispielhafter Fall ist Jonathan A., der in Dortmund gemeldet ist und für 24 Kinder verschiedener Frauen, hauptsächlich aus Nigeria, die Vaterschaft anerkannt hat. Dies führt dazu, dass der deutsche Staat für die Kosten aufkommt.

Fachleute schätzen, dass es in den vergangenen Jahren zehntausende solcher Missbrauchsfälle gegeben hat, obwohl die Datenlage unzureichend ist.

Die missbräuchliche Vaterschaftsanerkennung, die durch eine Lücke im Gesetz erleichtert wird, ist nicht strafbar, und Anklagen sind selten. 

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat jedoch kürzlich Anklage wegen Einschleusungen mittels Scheinehen und Vaterschaftsanerkennungen gegen eine zehnköpfige Bande erhoben. 

Diese Bande soll Vaterschaftsanerkennungen für mindestens 20 Kinder vermittelt haben, um den Müttern aus Vietnam einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu verschaffen. 

Die Behörden stehen vor der Herausforderung, dieses kriminelle Geschäftsmodell aufzudecken und zu bekämpfen, während gesetzliche Regelungen zur Schließung dieser Lücke noch ausstehen.