Scholz im Hochwassergebiet: Konfrontation statt Kooperation

Olivia Rosenberg

28 Wochen vor

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04/01/2024
Deutschland
Foto: Shutterstock
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Bürger fordern Taten statt Worte.

Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte kürzlich das Hochwassergebiet im Süden Sachsen-Anhalts und wurde dort mit Kritik und Unmut konfrontiert. 

Während seines Besuchs in Oberröblingen, einem Stadtteil von Sangerhausen, wurde Scholz von einer Gruppe von etwa zehn Personen mit Rufen wie „Verbrecher“, „Ihre Politik basiert auf Lügen“ und „Geh gleich wieder zurück“ empfangen. 

Dieser Besuch war Teil seiner Bemühungen, sich ein Bild von der Hochwassersituation zu machen und die betroffenen Gebiete zu unterstützen.

Scholz, der von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begleitet wurde, begutachtete den Deich an der Helmebrücke. 

Trotz des Überblicks, den er sich vom Hubschrauber aus verschafft hatte, stieß sein Besuch vor Ort auf gemischte Reaktionen. Einige Anwohner und Helfer äußerten ihre Frustration über bürokratische Hürden und mangelnde Koordination. 

Ein Helfer kritisierte die lange Dauer von Entscheidungen, während ein Anwohner wenig Hoffnung in den Besuch des Kanzlers setzte und von „Schaulaufen“ sprach.

Dies war der zweite Vor-Ort-Besuch von Scholz in der aktuellen Hochwasserlage. Zuvor hatte er sich an Silvester in Verden an der Weser über die dortige Situation informiert. 

Die Reaktionen auf Scholz' Besuch im Hochwassergebiet zeigen die Spannungen zwischen politischen Entscheidungsträgern und betroffenen Bürgern und werfen Fragen über die Effektivität der politischen Reaktion auf Naturkatastrophen auf, berichtet die WELT.