Trotz EU-Sanktionen: Deutsche Unternehmen finden Schlupfloch nach Russland

Geschrieben von Olivia Rosenberg

25 Wochen vor

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06/12/2023
Foto: Shutterstock
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Deutsche Waren weiterhin auf dem Weg nach Russland.

Trotz der von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland gelangen deutsche Waren weiterhin in das Land, und zwar über einen cleveren Umweg. 

Deutsche Unternehmen nutzen ehemalige Sowjetrepubliken wie Kirgisistan, Kasachstan, Armenien und Georgien, um ihre Produkte nach Russland zu exportieren. Dieses Vorgehen wurde in einem Bericht der Frankfurter Rundschau aufgedeckt.

Die Exportzahlen in diese Länder sind explodiert, insbesondere bei Autos und Ersatzteilen. Allein die deutschen Autoexporte nach Kirgisistan sind um 5.500 Prozent gestiegen. 

Diese Praxis wird von Wirtschaftsexperten kritisiert. Robin Brooks vom Institute of International Finance in Washington weist darauf hin, dass diese Waren letztendlich in Moskau landen, wo sie von Putins Kameraden geschätzt werden. 

Er fordert Deutschland auf, diese Umgehung der Sanktionen zu stoppen. Auch andere europäische Staaten scheinen die Sanktionen gegen Russland zu umgehen.

Die monatlichen Exporte nach Kirgisistan von den acht wichtigsten westlichen Ländern, darunter Deutschland, Polen und Litauen, sind von 16 Millionen US-Dollar auf 204 Millionen US-Dollar pro Monat gestiegen. 

Die Opposition kritisiert, dass offenbar auch Waffen aus Deutschland nach Russland gelangen. Norbert Röttgen, CDU-Bundestagsabgeordneter, bemängelt die mangelhafte Durchsetzung der EU-Sanktionen durch das BMWK.

Diese Enthüllungen werfen ein kritisches Licht auf die Effektivität der EU-Sanktionen gegen Russland und die Rolle Deutschlands in diesem Kontext.

Sie zeigen, wie Unternehmen kreative Wege finden, um Handelsbeschränkungen zu umgehen, und stellen die Wirksamkeit internationaler Sanktionen in Frage.