Bundeskanzler Olaf Scholz hat dazu aufgerufen, in Deutschland den Notstand auszurufen, um die militärische Unterstützung für die Ukraine zu beschleunigen.
Wie die Moscow Times berichtet, warnt Scholz, dass die europäische Sicherheit auf dem Spiel stehe, da die USA und Russland Friedensgespräche aufnehmen.
Vor Abgeordneten betonte der Bundeskanzler, dass Deutschland seine Unterstützung für Kiew sofort verstärken müsse – als Reaktion auf die sich wandelnde US-Politik unter Donald Trump. Er forderte den Bundestag auf, Artikel 115 des Grundgesetzes anzuwenden, um Notfallmaßnahmen zu ermöglichen, die finanzielle Einschränkungen umgehen.
„Unsere Unterstützung für die Ukraine ist jetzt wichtiger denn je“, erklärte Scholz. „Wir dürfen sie nicht auf Kosten unserer Bürger leisten – diese Krise erfordert außergewöhnliche Maßnahmen.“
Deutschland reagiert auf Trump-Putin-Gespräche
Scholz räumte ein, dass das Trump-Putin-Telefonat am 12. Februar erwartet worden sei, betonte jedoch, dass Europa mit Stärke reagieren müsse. Während er Trumps Vorstoß für Frieden begrüßte, warnte er davor, dass ein „diktiertes Friedensabkommen“ zugunsten Moskaus eine Katastrophe für die europäische Stabilität wäre.
„Ein russischer Sieg und der Zusammenbruch der Ukraine würden keinen Frieden bringen – sie würden Instabilität in ganz Europa und darüber hinaus verbreiten“, warnte Scholz.
Nach dem Trump-Putin-Gespräch gaben die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Polens, Italiens, Spaniens, des Vereinigten Königreichs und der EU eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie einen Platz am Verhandlungstisch forderten.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas unterstrich dies und erklärte: „Europa muss eine zentrale Rolle in allen Verhandlungen über die Ukraine spielen.“
Seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion ist Deutschland nach den USA der zweitgrößte militärische Unterstützer der Ukraine und hat sich zu Hilfen in Höhe von 44 Milliarden Euro verpflichtet. Für 2025 plant Berlin weitere vier Milliarden Euro ein, allerdings ist der Haushalt noch nicht verabschiedet.
Nun könnte Scholz’ Notfallvorschlag schnellere und umfangreichere Hilfspakete ermöglichen und politische Blockaden umgehen – zu einer Zeit, in der Trumps sich wandelnde Haltung zur Ukraine die US-Verbündeten verunsichert.
Wird Europa an den Rand gedrängt?
Das Trump-Putin-Telefonat hat europäische Staats- und Regierungschefs erschüttert. Ein EU-Diplomat bezeichnete es als „präventive Kapitulation“ der Ukraine.
Laut Bloomberg fühlen sich viele europäische Verbündete überrumpelt, da Washington offenbar ohne vorherige Konsultationen mit der EU die Verhandlungen anführt.
Trump hingegen besteht darauf, dass sowohl die Ukraine als auch Russland an einem Deal interessiert seien, und sein Team plane bereits Gespräche in München und Saudi-Arabien.