Startseite Essen Kaffeefans können aufatmen: Fünf Tassen täglich könnten gut für das...

Kaffeefans können aufatmen: Fünf Tassen täglich könnten gut für das Herz sein

coffee kaffe (1)
Shutterstock.com

Die Auswirkungen des täglichen Koffeinkonsums hängen von der Menge, der Zubereitungsart und der individuellen Empfindlichkeit ab. Forschende warnen außerdem davor, dass fünf Tassen nicht immer die gleiche Menge Koffein enthalten.

Die meisten Erwachsenen können laut einer wissenschaftlichen Stellungnahme der American Heart Association bedenkenlos bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag konsumieren.

Dies entspricht in der Regel etwa drei bis fünf normalen Tassen Filterkaffee. Tatsächlich kann die Menge jedoch stark variieren, da Tassengröße, Zubereitungsart und zusätzliche Espressoshots den Koffeingehalt beeinflussen.

Der Stellungnahme zufolge steht ein moderater Kaffeekonsum bei den meisten Erwachsenen nicht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang. Einige der ausgewerteten Studien brachten regelmäßigen Kaffeekonsum zudem mit einer geringeren Häufigkeit von koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und Herzinsuffizienz in Verbindung.

Die Erkenntnisse beziehen sich in erster Linie auf Kaffee. Nach Angaben der Forschenden ist über konzentriertes Koffein aus Energydrinks und ähnlichen Produkten deutlich weniger bekannt, insbesondere wenn große Mengen innerhalb kurzer Zeit konsumiert werden.

Die US Food and Drug Administration schätzt, dass eine typische Tasse Filterkaffee mit acht Flüssigunzen, also rund 240 Millilitern, etwa 95 Milligramm Koffein enthält. Ein großes Kaffeegetränk aus einem Café kann jedoch deutlich mehr enthalten, weshalb die reine Anzahl der Tassen irreführend sein kann.

Die Ergebnisse sind insgesamt beruhigend

Die in die Übersichtsarbeit einbezogenen Studien brachten einen moderaten Kaffeekonsum mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit in Verbindung. Der stärkste Zusammenhang zeigte sich häufig bei Menschen, die etwa zwei bis vier Tassen pro Tag tranken.

Die Forschenden stellten außerdem einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und einer geringeren Häufigkeit von Typ-2-Diabetes in einigen Bevölkerungsgruppen fest. Diese Ergebnisse stammen jedoch überwiegend aus Beobachtungsstudien und belegen daher nicht, dass Kaffee Krankheiten verhindert.

Gregory M. Marcus, Professor für Medizin an der University of California, San Francisco und Mitautor der Stellungnahme, erklärte, dass schwarzer Kaffee innerhalb der allgemein empfohlenen Tageshöchstmenge unbedenklich zu sein scheint.

„Bis zu fünf Tassen koffeinhaltiger Kaffee pro Tag – ohne zugesetzten Zucker oder andere Zusätze – sind unbedenklich und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht“, sagte Marcus laut Euronews.

Aus der Übersichtsarbeit geht jedoch nicht hervor, dass Menschen aus gesundheitlichen Gründen mit dem Kaffeetrinken beginnen sollten. Zudem wird keine allgemeingültige Obergrenze festgelegt, da die Wirkung von Koffein von Person zu Person unterschiedlich ausfällt.

Koffein wird hauptsächlich in der Leber abgebaut und erreicht seine höchste Konzentration im Blut in der Regel innerhalb von etwa einer Stunde. Alter, genetische Veranlagung, Medikamenteneinnahme, Stoffwechsel und bisheriger Koffeinkonsum können die Reaktion des Körpers beeinflussen.

Zubereitung und individuelle Empfindlichkeit spielen eine Rolle

Regelmäßige Kaffeetrinker können eine gewisse Toleranz entwickeln, während andere bereits nach deutlich geringeren Mengen unter Herzklopfen, Angstgefühlen oder Schlafproblemen leiden.

Auch die Zubereitungsart kann von Bedeutung sein. In der Stellungnahme der American Heart Association heißt es, dass ungefilterter Kaffee den Spiegel des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins, kurz LDL-Cholesterin, erhöhen kann.

Ebenso wichtig ist, was in die Tasse kommt. Große Mengen Zucker, aromatisierter Sirup, Sahne oder gesüßte Milch können den Kaloriengehalt deutlich erhöhen und den Vorteil schmälern, Kaffee als vergleichsweise einfaches Getränk zu wählen.

Die Grenze von 400 Milligramm sollte als allgemeiner Richtwert für die meisten gesunden Erwachsenen verstanden werden. Wer jedoch bereits nach einer einzigen starken Tasse Herzrasen bekommt oder schlecht schläft, für den kann eine deutlich niedrigere Grenze sinnvoll sein.

Quellen: American Heart Association; US Food and Drug Administration; Euronews