Wenn es draußen kalt wird, greifen viele Menschen häufiger zu deftigen Speisen und Süßigkeiten.
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Schnell entsteht der Eindruck, der Körper verlange bei niedrigen Temperaturen automatisch nach mehr Energie. Doch stimmt das wirklich?
Kein deutlich erhöhter Kalorienverbrauch
Nach Recherchen von FITBOOK steigt der Energiebedarf im modernen Alltag kaum messbar an. Der Ernährungswissenschaftler und Adipositas-Experte Dimitri Kogan vom Krankenhaus Winsen erklärt: „Der Kalorienverbrauch steigt hierzulande nicht merkbar an.“
Der Grund: In beheizten Wohnungen und mit warmer Kleidung muss der Körper seine Kerntemperatur von rund 37 Grad nicht zusätzlich verteidigen.
Zwar kann starkes Frieren mit Zittern – die sogenannte Kältezittern-Thermogenese – kurzfristig mehr Energie verbrauchen.
Dieser Effekt spielt im Alltag jedoch kaum eine Rolle, da sich Menschen meist schnell wieder in warmer Umgebung aufhalten.
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Warum wir trotzdem mehr Appetit verspüren
Dass viele im Winter mehr Hunger empfinden, hat laut Experten eher evolutionsbiologische und psychologische Ursachen.
In früheren Zeiten bedeutete Winter Nahrungsknappheit und hohe körperliche Belastung. Der menschliche Organismus entwickelte daher Mechanismen, um Energiereserven anzulegen.
Hinzu kommt die dunkle Jahreszeit: Weniger Tageslicht kann die Stimmung beeinflussen. Süße und fettreiche Speisen wirken kurzfristig stimmungsaufhellend – fördern jedoch Heißhunger.
„Gerade Süßigkeiten führen zu Insulinsprüngen“, sagt Kogan. „Der Blutzucker steigt schnell an, fällt aber auch schnell wieder ab – und dann kommt der nächste Heißhunger.“
Sinnvolle Strategien gegen Winter-Heißhunger
Statt zu Snacks zu greifen, empfiehlt der Experte ausgewogene Mahlzeiten.
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„Bei der Verstoffwechselung von Nahrung wird Energie verbraucht und als Wärme freigesetzt“, erklärt Kogan.
Besonders eiweißreiche Lebensmittel können dabei unterstützen, da sie stärker zur sogenannten nahrungsinduzierten Thermogenese beitragen.
Auch ballaststoffreiche Kost sorgt für eine langsamere Magenentleerung und stabilere Blutzuckerwerte.
Fazit: Im Winter braucht der Körper nicht mehr Kalorien, sondern eine durchdachte Lebensmittelauswahl.
Quelle: FITBOOK