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Sagt jungen Menschen nicht, sie sollen sich keine Sorgen machen. Ihre Angst vor der Zukunft ist berechtigt

Young girl thoughtful looking out window laptop
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Viele junge Menschen versuchen, sich eine Zukunft aufzubauen – in einer Zeit, in der Stabilität immer schwerer zu finden ist. Eine neue Ratgeberkolumne argumentiert, dass es möglicherweise nicht der gesündeste Umgang mit solchen Ängsten ist, sie einfach auszublenden.

In einer Ratgeberkolumne des Guardian antwortete Eleanor Gordon-Smith, Assistenzprofessorin für Philosophie an der USC, einer 21-jährigen Leserin, die sich Sorgen um die Zukunft machte.

Die Leserin beschrieb Ängste mit Blick auf die Jobsuche nach dem Studium, steigende Wohnkosten, Beziehungen, den Klimawandel, Politik und die Frage, ob künstliche Intelligenz kreative Berufe noch unsicherer machen könnte.

Sie erklärte, dass sie Schriftstellerin und Künstlerin werden wolle, es ihr jedoch schwerfalle, ihre Ambitionen mit der ständigen Angst vor dem, was vor ihr liegt, in Einklang zu bringen.

Anstatt diese Sorgen abzutun, betrachtete Gordon-Smith sie als verständliche Reaktion auf die größeren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belastungen, denen viele junge Erwachsene ausgesetzt sind.

Private Ruhe hat ihre Grenzen

Die Leserin erklärte, man habe ihr oft geraten, „nicht darüber nachzudenken“ oder sich „auf das zu konzentrieren, was ich persönlich kontrollieren kann“.

Gordon-Smith stellte diese Art von Ratschlägen infrage und argumentierte, dass emotionales Wohlbefinden nicht immer dadurch erreicht werden könne, dass man reale Probleme ignoriert.

Sorgen über unsichere Arbeitsverhältnisse, unbezahlbaren Wohnraum und Umweltzerstörung seien nicht einfach nur private emotionale Probleme, so ihre Einschätzung, sondern Realitäten, die den Alltag einer ganzen Generation prägen.

In ihrer Antwort warnte sie davor, Vermeidung mit Heilung zu verwechseln. Vorübergehende Ablenkung könne zwar Trost spenden, ändere jedoch wenig an dem tieferen Gefühl der Unsicherheit, das viele Menschen mit sich tragen.

Die Kolumne thematisierte außerdem den Druck, den junge Erwachsene empfinden, wenn sie versuchen, sich langfristige Ziele in einer zunehmend unberechenbaren Welt vorzustellen.

Verbundenheit ist wichtig

Anstatt sich zurückzuziehen, ermutigte Gordon-Smith die Leserin dazu, den Blick nach außen zu richten und den Kontakt zu anderen zu suchen, die ähnliche Sorgen teilen.

Fragen zu unsicheren Arbeitsbedingungen, Wohnkosten und Klimaangst ließen sich leichter verarbeiten, wenn sie gemeinsam statt allein besprochen würden, erklärte sie:

„Ich verspreche dir – ich verspreche dir –, dass es eine ganz besondere Art der Erleichterung gibt, wenn man andere Menschen findet, mit denen man gemeinsam über diese Dinge nachdenken und dafür kämpfen kann.“

Die Aussage war nicht, dass Aktivismus oder gesellschaftliches Engagement Ängste automatisch auflöst. Vielmehr ging es darum, dass Isolation Angst verstärken kann, während gemeinsame Erfahrungen Unsicherheit leichter erträglich machen.

Die Professorin deutete zudem an, dass kreative Ambitionen wie Schreiben und Kunst stärker werden können, wenn sie in realen gesellschaftlichen Fragen verwurzelt sind, statt davon losgelöst zu bleiben.

Wegsehen hat seinen Preis

Die Kolumne widersprach letztlich der Vorstellung, dass Selbstfürsorge einen vollständigen Rückzug von schwierigen Realitäten erfordert.

Gordon-Smith argumentierte, dass man sich weiterhin ausruhen, die eigene psychische Gesundheit schützen und sinnvolle Ziele verfolgen könne, ohne so zu tun, als gäbe es die großen Probleme nicht.

Für viele jüngere Leserinnen und Leser dürfte dieser Rat gerade deshalb überzeugend wirken, weil er keine einfachen Beruhigungen anbietet.

Die Zukunft mag weiterhin ungewiss sein, doch diese Ungewissheit zu ignorieren lässt sie nicht verschwinden.

Stattdessen legt die Kolumne nahe, dass Ehrlichkeit, Teilhabe und Verbundenheit mit anderen einen stabileren Weg nach vorn bieten könnten als Isolation es je könnte.

Quelle: The Guardian