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Studie mit 1,5 Millionen Kindern findet keinen nachgewiesenen Zusammenhang mit Autismus

Pregnant woman glass of water pill jar
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Eine weit verbreitete Warnung vor einem gängigen Schmerzmittel, das während der Schwangerschaft verwendet wird, gerät erneut unter genauere Prüfung, da neue Erkenntnisse aus Dänemark eine wachsende Zahl von Studien stützen, die die Behauptung infrage stellen. Das Thema hat auf beiden Seiten des Atlantiks Aufmerksamkeit erregt und verdeutlicht, wie politische Botschaften und wissenschaftliche Belege in Debatten über die öffentliche Gesundheit aufeinanderprallen können.

Die Kontroverse geht auf Aussagen von Donald Trump im September zurück, als er laut Le Monde warnte, dass Paracetamol bei Einnahme während der Schwangerschaft ein „stark erhöhtes Risiko“ für Autismus darstellen könne.

Diese Behauptung verbreitete sich rasch, doch Forschende und Gesundheitsexperten haben ihre wissenschaftliche Grundlage zunehmend infrage gestellt. Der dänische Sender TV 2 berichtet, dass eine neue groß angelegte Studie der Warnung nun direkt widerspricht.

„Die Mehrheit der Belege spricht gegen einen Zusammenhang“, sagte Kira Philipsen Prahm vom Rigshospitalet in Kopenhagen.

Ihre Einschätzung spiegelt eine breitere wissenschaftliche Position wider: Während einige frühere Studien auf einen möglichen Zusammenhang hindeuteten, bleibt die Gesamtlage der Beweise uneinheitlich und häufig methodisch eingeschränkt.

Was die Daten zeigen

Die dänische Studie, veröffentlicht in JAMA Pediatrics, basiert auf landesweiten Registerdaten von 1,5 Millionen Kindern, die zwischen 1997 und 2022 geboren wurden.

Auf den ersten Blick schienen Autismusdiagnosen bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten, etwas häufiger zu sein als bei jenen, die es nicht getan hatten.

Die Forschenden stellten jedoch fest, dass der Unterschied zu gering war, um als statistisch signifikant zu gelten, sobald zugrunde liegende Faktoren berücksichtigt wurden.

„Wir haben mehrere Analysen durchgeführt, darunter auch eine Geschwisteranalyse, und keine davon findet einen Zusammenhang“, sagte Prahm.

Geschwistervergleiche gelten als besonders robust, da sie helfen, genetische und umweltbedingte Einflüsse innerhalb von Familien zu kontrollieren. In diesem Fall zeigten selbst diese strengeren Tests keinen Zusammenhang.

Professor Jon Trærup Andersen von der Universität Kopenhagen bezeichnete die Forschung gegenüber TV 2 als „methodisch gut durchgeführt“ und stellte fest, dass ihre Schlussfolgerungen mit ähnlichen hochwertigen Studien übereinstimmen.

Er fügte eine wichtige Einschränkung hinzu: Der Datensatz erfasst nur verschreibungspflichtige Anwendungen. Da der Großteil von Paracetamol rezeptfrei gekauft wird und nicht erfasst ist, spiegelt die Studie möglicherweise nicht vollständig das gesamte Konsumverhalten wider, auch wenn verschreibungspflichtige Anwendungen wahrscheinlich Fälle mit höheren Dosen repräsentieren.

Wissenschaft und Interpretation

Die dänischen Ergebnisse stehen im Einklang mit umfassenderen internationalen Übersichtsarbeiten. Analysen, die in Fachzeitschriften wie The Lancet und The British Medical Journal veröffentlicht wurden, haben keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und Erkrankungen wie Autismus oder ADHS festgestellt.

„Es gibt zwei Dinge, die Trump nicht erwähnt. Er ignoriert vollständig die Hälfte der Studien, die keinen Zusammenhang zeigen. Und er kann nicht erklären, wie die Tabletten Autismus verursachen könnten“, sagte der Forscher David Møbjerg Kristensen laut TV 2.

Forschende betonen, dass die Beobachtung eines statistischen Zusammenhangs keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang beweist. Ohne einen klaren biologischen Mechanismus bleiben solche Verknüpfungen spekulativ.

Trotz der anhaltenden Debatte haben sich die dänischen Gesundheitsrichtlinien nicht geändert. Schwangeren wird weiterhin empfohlen, Paracetamol nur bei Bedarf, in der niedrigsten wirksamen Dosis und über den kürzest möglichen Zeitraum einzunehmen.

Quellen: TV 2, JAMA Pediatrics, The Lancet, The British Medical Journal, Le Monde