Die gesundheitliche Ursache, die mit dem Hören des eigenen Pulses in Verbindung steht.
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Für viele Menschen soll die Schlafenszeit ruhig und entspannend sein.
Manche bemerken jedoch ein beunruhigendes Geräusch, sobald sie sich hinlegen: ein gleichmäßiges Pochen, das durch das Kissen zu hallen scheint.
Auch wenn dies harmlos sein kann, sagen Ärztinnen und Ärzte, dass es nicht immer ignoriert werden sollte.
Eine häufige Erklärung
Den eigenen Herzschlag gelegentlich zu hören, wenn das Ohr auf dem Kissen liegt, ist oft nichts Ernstes.
Dr. Anthony Youn erklärt, dass es sich dabei schlicht um die Halsschlagader (Karotis) handeln kann, die das Gehirn, das Gesicht und den Hals mit Blut versorgt.
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Tritt dies nur ab und zu auf, ist es laut Youn in der Regel normal. Die Arterie verläuft nahe am Ohr, wodurch der Puls in bestimmten Liegepositionen leichter wahrnehmbar ist.
Problematisch kann es jedoch werden, wenn das Geräusch dauerhaft ist oder mit der Zeit deutlicher wird.
Eine andere Erkrankung
Mediziner warnen, dass anhaltende Herzschlaggeräusche auf einen sogenannten pulsierenden Tinnitus (pulsatiler Tinnitus) hindeuten können. Anders als der klassische Tinnitus, der sich meist wie ein Pfeifen oder Summen anhört, folgt der pulsatile Tinnitus dem Rhythmus des Herzschlags.
Laut tinnitus.org wird er typischerweise als rhythmisches Geräusch im Ohr oder im Kopf beschrieben. Ein Hinweis darauf ist, ob das Geräusch mit dem eigenen Puls übereinstimmt.
Ist dies der Fall, lässt sich die Ursache laut Ärztinnen und Ärzten häufig leichter untersuchen, da sie mit dem Blutfluss zusammenhängt.
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Mögliche Ursachen
Pulsatiler Tinnitus entsteht meist durch Veränderungen des Blutflusses in Gefäßen nahe dem Ohr. Auslöser können unter anderem intensive körperliche Anstrengung, eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein unregelmäßiger Blutfluss infolge verhärteter Arterien sein.
In selteneren Fällen kann die Ursache eine Stapedialarterie sein, die sich nach der Geburt nicht zurückgebildet hat. Auch Tumoren im Kopf- oder Halsbereich, die abnorme Blutgefäße bilden, kommen als Auslöser infrage.
Die Erkrankung kann grundsätzlich jeden betreffen, wird jedoch am häufigsten bei jungen und mittelalten Frauen festgestellt.
Untersuchungen und Behandlung
Zur Abklärung setzen Ärztinnen und Ärzte häufig CT- oder MRT-Untersuchungen ein, um die Vorgänge im Kopf sichtbar zu machen. Bei Verdacht auf Blutarmut oder Schilddrüsenerkrankungen können auch Bluttests durchgeführt werden.
Einige Ursachen sind behandelbar, andere nicht. Zur Linderung der Symptome werden mitunter Klangtherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Beratung, Achtsamkeitsmeditation sowie die Tinnitus-Retraining-Therapie eingesetzt.
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Fachleute betonen, dass weniger das Geräusch selbst entscheidend ist, sondern vielmehr das Verständnis dafür, warum es überhaupt auftritt.
Quellen: tinnitus.org, Dr. Anthony Youn