Katzen gelten vielen Menschen als distanziert oder schwer durchschaubar.
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Neue Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass ihr Verhalten im Alltag deutlich gezielter ist, als oft angenommen.
Insbesondere beim Begrüßen ihrer Bezugspersonen scheinen Katzen feine Unterschiede zu machen.
Studie untersucht Begrüßungsverhalten im Alltag
Im Mittelpunkt der Untersuchung standen 31 Hauskatzen, die nicht im Labor, sondern in ihrer gewohnten Umgebung beobachtet wurden.
Ziel war es, möglichst natürliche Reaktionen der Tiere zu erfassen.
Dafür trugen die Halter kleine Kameras am Körper, die jeweils die ersten 100 Sekunden nach dem Nachhausekommen aufzeichneten.
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Ausgewertet wurden mehr als 20 verschiedene Verhaltensweisen.
Dazu gehörten Lautäußerungen, Bewegungen des Schwanzes, Körperkontakt sowie Anzeichen von Stress oder Spielbereitschaft.
So entstand ein detailliertes Bild davon, wie Katzen auf die Rückkehr ihrer Besitzer reagieren.
Mehr Miauen bei Männern
Ein besonders deutliches Muster zeigte sich beim Miauen. Katzen gaben bei der Begrüßung männlicher Besitzer im Durchschnitt deutlich mehr Laute von sich als bei weiblichen.
Während Männer im Schnitt mit mehr als vier Lautäußerungen begrüßt wurden, lag dieser Wert bei Frauen unter zwei.
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Die Forschenden interpretieren dieses Ergebnis nicht als reine Reaktion auf das Geschlecht. Vielmehr gehen sie davon aus, dass Katzen gelernt haben, ihr Verhalten an die typischen Reaktionen der jeweiligen Person anzupassen.
Erlernte Kommunikation statt Zufall
Frauen sprechen im Alltag häufiger mit ihren Katzen und reagieren sensibler auf kleine Signale.
Männer zeigen diese Form der Interaktion oft seltener. Katzen scheinen daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass sie bei Männern lauter oder häufiger miauen müssen, um Aufmerksamkeit zu erhalten.
Das Miauen erfüllt damit weniger eine emotionale Funktion, sondern dient als bewusst eingesetztes Kommunikationsmittel.
Aussagekraft der Ergebnisse
Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten.
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Die Zahl der untersuchten Tiere war begrenzt, und alle Haushalte befanden sich in der Türkei.
Weitere Studien müssten zeigen, ob sich ähnliche Muster auch in anderen Ländern und Kulturen finden.
Quellen: Ankara University, Bilkent University, Türkiye Today, Bunte