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Der Steuerbetrag des Königs wird endlich offengelegt – und er könnte die Monarchie verändern

Kung Charles
Alessia Pierdomenico / Shutterstock

Fragen zu Geld und Privilegien werden in Zeiten öffentlicher Aufmerksamkeit oft schärfer gestellt. Eine neue Offenlegung aus dem Königshaus fügt einer Debatte, die sich bislang nur schwer beziffern ließ, eine konkrete Zahl hinzu.

König Charles wird erstmals seit seinem Amtsantritt als Monarch seinen persönlichen Steuerbetrag veröffentlichen, berichtet die BBC.

Der Betrag wird in den Finanzberichten des Königshauses für das Geschäftsjahr 2024/25 erscheinen. Der Buckingham-Palast erklärte, die Entscheidung sei eine persönliche Entscheidung des Königs gewesen.

Die Offenlegung ist von Bedeutung, da britische Monarchen gesetzlich nicht verpflichtet sind, Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer oder Erbschaftsteuer auf Vermögenswerte zu zahlen, die sie von einem früheren Monarchen geerbt haben. Charles entrichtet einige Steuern freiwillig.

Privatvermögen trifft auf öffentliches Interesse

Wie die BBC berichtet, wird der Steuerbetrag Einkünfte aus dem Herzogtum Lancaster, persönliche Investitionen sowie privat gehaltene Anwesen wie Sandringham und Balmoral umfassen.

Das Herzogtum Lancaster ist ein historisches Land- und Immobilienportfolio, das dem Monarchen private Einkünfte verschafft. Im vergangenen Jahr erzielte es Gewinne von rund 24 Millionen Pfund.

Für den Palast könnte die Veröffentlichung des Betrags ein Schritt zu mehr Transparenz sein. Für künftige Monarchen könnte sie zu einem Präzedenzfall werden, von dem sich nur schwer abrücken lässt.

„Einfach ausgedrückt: Wir modernisieren uns weiter und entwickeln uns fort“, sagte ein Sprecher des Buckingham-Palasts.

Die Prüfung kam nicht von ungefähr

Der Zeitpunkt fällt mit wachsender Kritik an den Finanzen des Königshauses nach Skandalen um Andrew Mountbatten-Windsor, den jüngeren Bruder des Königs, zusammen. Seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und spätere Kontroversen haben Fragen zu königlichem Status, Wohnverhältnissen und finanziellen Privilegien verstärkt.

Abgeordnete haben mehr Transparenz bei den Wohnverhältnissen innerhalb des Königshauses gefordert.

Ein Bericht des National Audit Office stellte fest, dass Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, die Töchter Andrews und nicht aktiv für das Königshaus tätige Royals, Wohnungen im St James’s Palace und im Kensington Palace hatten.

Diese Feststellung verlieh der Debatte darüber, wer Zugang zu königlichen Residenzen erhält, eine weitere Dimension – insbesondere dann, wenn die Bewohner keine offiziellen Aufgaben im Namen der Monarchie wahrnehmen.

Dem Bericht zufolge wurde die Miete für die Wohnungen aus den privaten Einkünften des Königs bezahlt und nicht von den Prinzessinnen selbst.

Der Zuschuss bleibt Gegenstand einer Überprüfung

Die Steuerangaben des Königs werden zusammen mit Einzelheiten zum sogenannten Sovereign Grant veröffentlicht, dem jährlichen Zuschuss zur Finanzierung der offiziellen Aufgaben des Königshauses.

Mit diesen Mitteln werden grundlegende Kosten gedeckt, die mit der öffentlichen Rolle der Monarchie verbunden sind, darunter Personal, königliche Gebäude und Reisen im Rahmen offizieller Verpflichtungen.

Laut der BBC ist der Zuschuss auf 137,9 Millionen Pfund gestiegen, unter anderem aufgrund der seit Jahren laufenden Renovierung des Buckingham-Palasts.

Der Anstieg dürfte vorübergehend sein. Nach einer Überprüfung, an der das britische Finanzministerium, die Downing Street und der königliche Haushalt beteiligt sind, wird mit einer Kürzung gerechnet.

Der Zuschuss ist von den privaten Einkünften des Königs getrennt. Diese Unterscheidung steht im Mittelpunkt der Transparenzdebatte, da die neuen Steuerangaben neben Zahlen veröffentlicht werden, die zeigen, wie öffentliche Gelder zur Unterstützung der Institution eingesetzt werden.

„Unser Ziel ist es, alle Bestandteile der königlichen Finanzen so darzustellen, dass Transparenz und Verständlichkeit weiter verbessert werden“, sagte ein Sprecher des Buckingham-Palasts.

Quellen: BBC, National Audit Office