Neue Berichte haben die Aufmerksamkeit auf Nachnamen gelenkt, die in historischen königlichen Aufzeichnungen erscheinen. Doch Forschende sagen, dass ein vertrauter Name nur der Anfang der Geschichte ist.
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Die Idee taucht alle paar Jahre wieder auf. Ein vertrauter Nachname. Ein Hauch von adliger Abstammung. Eine mögliche Berührung mit der Krone.
The Mirror und Newsner haben erneut Listen von Nachnamen aufgegriffen, die in dokumentierten königlichen Stammbäumen erscheinen. Die Berichte gehen jedoch nicht so weit, eine Abstammung zu bestätigen. Sie verweisen vielmehr auf historische Verbindungen.
Dennoch ist die Faszination leicht nachvollziehbar. Genealogie-Plattformen und DNA-Tests haben Millionen Menschen für die Familienforschung begeistert, und königliche Verbindungen üben nach wie vor einen besonderen Reiz aus.
Zunächst ein Realitätscheck
Ein Nachname allein ist kein Beweis.
Das britische Nationalarchiv weist darauf hin, dass die meisten englischen und schottischen Nachnamen zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert erblich wurden und sich viele unabhängig voneinander in verschiedenen Regionen entwickelten. Berufsbezeichnungen sind das deutlichste Beispiel.
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„Smith“ bedeutete schlicht Schmied. Nach Angaben des Office for National Statistics auf Grundlage der Volkszählung von 2011 tragen mehr als 600.000 Menschen in England und Wales den Nachnamen Smith. Die große Mehrheit ist nicht miteinander verwandt. Dasselbe Muster gilt für Namen wie Taylor oder Baker.
Die Feststellung einer Abstammung erfordert eine dokumentierte Kette über mehrere Generationen hinweg: Personenstandsregister, Tauf- und Beerdigungseinträge in Kirchenbüchern, Testamente, Grundbucheinträge und Volkszählungsunterlagen.
DNA kann die Forschung unterstützen, doch Historiker warnen, dass sie eine durchgehende schriftliche Überlieferung nur selten ersetzt, insbesondere wenn Linien bis ins mittelalterliche Königtum zurückverfolgt werden sollen.
Ohne Dokumentation bleibt es eine Möglichkeit – kein Beweis.
Die dynastischen Nachnamen
Laut The Mirror hat die genealogische Forschung 35 Nachnamen identifiziert, die traditionell mit Königshäusern und Hochadel in Verbindung gebracht werden.
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Diese Namen sind historisch spezifisch und gehen auf herrschende Häuser und aristokratische Linien zurück.
Zu den britischen Beispielen zählen Windsor, Tudor, Stuart und Plantagenet sowie Lancaster und York. Die Liste umfasst zudem bedeutende Adelsfamilien mit enger Verbindung zur Krone, darunter Howard, Seymour, Percy, Neville, Grey, FitzAlan, Courtenay, Manners, Russell, Cavendish, Talbot und Spencer.
Der gleiche Bericht verweist auf große europäische Dynastien, darunter Capet, Valois und Bourbon in Frankreich; Habsburg in Mitteleuropa; Hannover in Deutschland und Großbritannien; Romanow in Russland; sowie Oranien-Nassau, Oldenburg und Glücksburg in Nordeuropa. De Medici wird als ein mächtiges italienisches Haus genannt, das in königliche Höfe einheiratete.
Auch unterschiedliche Schreibweisen sind von Bedeutung. Stuart und Stewart beziehen sich auf dieselbe schottische Königsfamilie, wobei „Stuart“ eine französisch geprägte Schreibweise widerspiegelt, die von Maria Stuart, Königin von Schottland, übernommen wurde.
Eine umfassendere Zusammenstellung
Newsner berichtet über eine separate Liste, die von Family History Daily veröffentlicht wurde und auf Charles H. Brownings Buch von 1891, Americans of Royal Descent, basiert.
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Diese Zusammenstellung mit 100 Namen unterscheidet sich im Ton und im Umfang. Neben historisch aristokratischen Nachnamen enthält sie sehr verbreitete Namen wie Smith, Johnson, Williams, Brown und Taylor sowie schottische Clannamen wie Campbell, Douglas, Hamilton und Kennedy.
Zwischen den beiden Berichten besteht eine gewisse Überschneidung. Namen wie Howard, Russell und Spencer erscheinen in beiden Gruppen, was dokumentierte aristokratische Wurzeln widerspiegelt und zugleich die weite Verbreitung dieser Nachnamen zeigt.
Die königlichen Namen
Abel; Alden; Appleton; Ayer; Barber; Barclay; Beverly; Binney; Brooke; Brown; Campbell; Carroll; Chauncey; Coleman; Cooper; Davis; Dickinson; Darling; Douglas; Dunbar; Edwards; Ellery; Ellis; Emmett; Evans; Farley; Fleming; Forest; French; Gardiner; George; Gerard; Gerry; Gibson; Graham; Hamilton; Haynes; Herbert; Hill; Howard; Hume; Irving; Jackson; James; Jenkins; Johnson; Kane; Kennedy; Ker; Key; King; Langdon; Lawrence; Lee; Leonard; Livingston; Lloyd; McCall; McDonald; Malcalester; Montgomery; Morris; Morton; Nelson; Nicholson; Nixon; Norris; O’Carroll; Ogle; Opie; Parsons; Patterson; Peabody; Pomeroy; Porter; Pratt; Preston; Quay; Randolph; Read; Reeve; Robinson; Rogers; Sanford; Shaw; Smith; Sowden; Stanley; Taylor; Townsend; Turner; Tyler; Valentine; Varson; Walker; Watts; White; Whiting; Williams; Young.
Die dynastischen und aristokratischen Namen
Astley; Baskerville; Bourbon; Bruce; Capell; Capet; Cavendish; Courtenay; Darcy; de Medici; de Valois; FitzAlan; Glucksburg; Grey; Habsburg; Hanover; Howard; Lancaster; Manners; Neville; Oldenburg; Orange-Nassau; Percy; Plantagenet; Romanov; Russell; Savoy; Seymour; Spencer; Stuart; Talbot; Tudor; Valois; Windsor; York.
Quellen: The Mirror, Newsner, Family History Daily, UK National Archives