Startseite Königlich Thailändische Prinzessin nach drei Jahren im Koma gestorben

Thailändische Prinzessin nach drei Jahren im Koma gestorben

Princess Bajrakitiyabha
Instagram

Sie war seit einem plötzlichen Zusammenbruch im Jahr 2022 im Krankenhaus. Ihr Tod lässt die Frage der thailändischen Thronfolge weiterhin offen.

Die älteste Tochter von Thailands König Maha Vajiralongkorn, Prinzessin Bajrakitiyabha, ist im Alter von 47 Jahren nach mehr als drei Jahren im Koma gestorben, teilte das Königshaus mit, berichtet die BBC.

Sie starb am Donnerstagabend im King Chulalongkorn Memorial Hospital in Bangkok, wo sie seit Dezember 2022 behandelt worden war.

Gesundheitliche Komplikationen verschlimmerten sich

Die Prinzessin war in der Provinz Nakhon Ratchasima zusammengebrochen, als sie Hunde für eine Veranstaltung für Diensthunde trainierte.

Unter Berufung auf das Königshaus berichtete TV 2, dass spätere Komplikationen unter anderem eine Bauchinfektion, eine Entzündung des Dickdarms, niedrigen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Probleme mit der Blutgerinnung umfassten.

Der Palast erklärte: „Das medizinische Team leistete die bestmögliche und intensivste Versorgung, doch ihr Zustand verschlechterte sich weiterhin schrittweise.“

Ausbildung in Recht und Diplomatie

Prinzessin Bajrakitiyabha wurde 1978 in Bangkok geboren und war das einzige Kind von Vajiralongkorn und dessen erster Ehefrau, Prinzessin Soamsawali.

Sie war zudem das erste Enkelkind des verstorbenen Königs Bhumibol Adulyadej und von Königin Sirikit.

Einen Teil ihrer Schulzeit verbrachte sie in Großbritannien. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen in Thailand und erwarb später weiterführende juristische Abschlüsse in den Vereinigten Staaten, darunter eine Promotion an der Cornell University.

Zu ihrer beruflichen Laufbahn gehörten Tätigkeiten bei der thailändischen UN-Mission in New York sowie in den Büros der Generalstaatsanwaltschaft in Bangkok und in der Provinz Udon Thani.

Von 2012 bis 2014 war sie Botschafterin in Österreich und zugleich für Slowenien und die Slowakei zuständig.

Einsatz für weibliche Gefangene

Ihre bekannteste öffentliche Arbeit konzentrierte sich auf Frauen im Strafvollzug und Reformen im Justizwesen.

Al Jazeera verwies auf ihre Verbindung zur Kampagne Kamlangjai („Inspire“), die weibliche Gefangene unterstützte, darunter schwangere Häftlinge und Mütter, die sich auf das Leben nach ihrer Entlassung vorbereiteten.

Ihr Engagement trug außerdem zur Entwicklung internationaler Standards für die Behandlung von Frauen in Haft bei, die später mit den sogenannten „Bangkok-Regeln“ der Vereinten Nationen verbunden wurden.

Kein Thronfolger benannt

Im Jahr 2021 ernannte König Vajiralongkorn sie zur Stabschefin seines engsten Leibwächterkommandos und verlieh ihr den Rang eines Generals, schrieb die BBC.

Die Ernennung verstärkte das öffentliche Interesse an ihrer Stellung innerhalb der Königsfamilie. Der 73-jährige König hat bislang keinen Thronfolger öffentlich benannt.

Die thailändische Tradition bevorzugt die männliche Thronfolge. TV 2 wies jedoch darauf hin, dass eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 1974 es einer Tochter ermöglicht, den Thron zu erben, falls kein Nachfolger formell bestimmt wurde.

Prinz Dipangkorn, der jüngste Sohn des Königs, dürfte nun stärker in den Blickpunkt geraten.

Quellen: BBC, TV 2, Al Jazeera