Startseite Krieg Ein weiteres Land wendet sich bei Waffenlieferungen von Russland ab

Ein weiteres Land wendet sich bei Waffenlieferungen von Russland ab

Ein weiteres Land wendet sich bei Waffenlieferungen von Russland ab
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Ein großes Waffenabkommen, das sich derzeit abzeichnet, könnte die Machtverhältnisse in einem Konflikt verschieben, der bereits externe Akteure angezogen hat.

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Analysten sagen, der Schritt könnte Moskaus Stellung in einer Region schwächen, in der Russland seinen Einfluss ausweiten wollte.

Das mögliche Geschäft verdeutlicht, wie neue Akteure in Bereiche vordringen, die einst von Russland dominiert wurden.

Abkommen in Vorbereitung

Pakistanische Behörden befinden sich laut Reuters in der Endphase eines Waffenabkommens mit dem Sudan im Wert von rund 1,4 Milliarden Euro.

Die Lieferungen sollen an die sudanesischen Streitkräfte gehen, die seit mehr als zweieinhalb Jahren gegen die Rapid Support Forces kämpfen.

Reuters berichtete, dass die Gespräche kurz vor dem Abschluss stehen, die endgültige Struktur des Abkommens jedoch noch nicht öffentlich bestätigt wurde.

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Rückschlag für Russland

Analysten von Defense Express sagen, das Abkommen könnte Russlands Pläne im Sudan erheblich durchkreuzen und seinen Einfluss in der Region verringern.

Sie verweisen auf Moskaus langjähriges Ziel, einen Marinestützpunkt in Port Sudan zu errichten, der Russlands erste Militärbasis in Afrika seit der Sowjetzeit gewesen wäre. Diese Pläne wurden durch den Bürgerkrieg bereits verzögert.

„Defense Express weist darauf hin, dass Waffenverkäufe Pakistans die Interessen der Russischen Föderation in der Region erheblich beeinträchtigen könnten“, schrieben die Analysten.

Strategische Bedeutung

Nach Einschätzung von Defense Express geht es dabei um mehr als nur militärische Entwicklungen auf dem Schlachtfeld.

Die Analysten sagen, das Abkommen könnte Sudans Abhängigkeit von russischen Waffen im Austausch für die Stationierung eines Militärstützpunkts überflüssig machen.

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„Dabei geht es nicht nur darum, dass die sudanesische Regierung im Bürgerkrieg einen Vorteil gegenüber den von Russland unterstützten Rapid Support Forces erlangt“, schrieben sie, „sondern auch darum, die Notwendigkeit der Errichtung eines russischen Militärstützpunkts im Land zu beseitigen.“

Russland wird vorgeworfen, die RSF über indirekte Kanäle zu unterstützen, was Moskau zurückweist.

Was Pakistan anbietet

Reuters zufolge könnte das Paket zehn leichte Kampfflugzeuge vom Typ Karakoram-8, mehr als 200 Aufklärungs- und Kamikazedrohnen sowie Luftverteidigungssysteme umfassen.

Weniger wahrscheinlich, aber weiterhin möglich, sind Schulflugzeuge des Typs Super Mushshak sowie JF-17 Thunder-Kampfjets, die gemeinsam von Pakistan und China entwickelt wurden.

Pakistan hat die JF-17 zuletzt verstärkt als Vorzeige-Exportprodukt beworben und sie sogar Saudi-Arabien angeboten.

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Auswirkungen auf das Schlachtfeld

Analysten sagen, pakistanische Drohnen und Flugzeuge könnten der sudanesischen Armee helfen, die Luftherrschaft zurückzugewinnen, die sie zu Beginn des Konflikts innehatte.

Die RSF hat zunehmend auf Drohnen gesetzt, um Gebiete zu erobern, was die Position der Armee geschwächt hat.

Unklar bleibt, wie der Sudan das Abkommen finanzieren würde. Reuters berichtete, Saudi-Arabien könnte finanzielle Unterstützung leisten.

Quellen: Reuters, Defense Express, WP

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