Die Entscheidung der Slowakei, die militärische Unterstützung für die Ukraine einzustellen, hat die Debatte über die außenpolitische Ausrichtung des Landes neu entfacht.
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Während Regierungsvertreter betonen, der Schritt diene der inneren Geschlossenheit und politischen Signalsetzung, sehen Kritiker darin auch eine Annäherung an Moskau.
Der Kurswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spaltungen innerhalb der Europäischen Union in der Ukraine-Frage deutlicher zutage treten.
Geschlossene Linie
Der slowakische Präsident Peter Pellegrini, Premierminister Robert Fico und der Vorsitzende des Nationalrates Richard Raši haben sich darauf verständigt, dass die Slowakei keine weitere Militärhilfe mehr an die Ukraine leisten wird, berichtete das slowakische Portal Aktuality.
Die drei Spitzenpolitiker einigten sich zudem darauf, dass die Slowakei weiterhin an Gesprächen innerhalb der sogenannten Koalition der Willigen zur Ukraine teilnehmen soll und damit trotz des Endes der militärischen Unterstützung diplomisch engagiert bleibt.
Pellegrini sagte, das Treffen habe gezeigt, dass die höchsten Verfassungsorgane der Slowakei in der Lage seien, durch Dialog einen gemeinsamen Nenner zu finden.
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„Ein Signal senden“
„Die Aufgabe der drei wichtigsten Verfassungsorgane ist es, ein Signal zu senden, dass Politik auch kultiviert betrieben werden kann, mit einem kultivierten Dialog“, sagte Pellegrini.
Er fügte hinzu, die Gespräche hätten bestätigt, dass die Staatsführung sensible Themen „sehr offen, konstruktiv und pragmatisch“ diskutieren und gemeinsame Entscheidungen „zum Wohle der Slowakischen Republik“ treffen könne.
Der Präsident stellte den Stopp der Militärhilfe als bewusstes politisches Signal dar und nicht als Abkehr von Verbündeten.
Grenzen der Unterstützung
Pellegrini bestätigte, dass die Slowakei keine militärische Unterstützung an die Ukraine liefern, keine Truppen entsenden und sich nicht an Garantien für den großen Kredit der Europäischen Kommission an Kyjiw beteiligen werde.
Gleichzeitig erklärte er, die grundsätzliche Position der Slowakei in internationalen Verhandlungen zur Ukraine bleibe unverändert.
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Die drei Spitzenpolitiker teilten zudem eine kritische Haltung gegenüber der jüngsten US-Militäroperation in Venezuela, die Pellegrini als schweren Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnete.
Beziehungen zu Moskau
Die Slowakei hat historisch engere Beziehungen zu Russland gepflegt als viele andere EU-Staaten, vor allem aufgrund der Energieabhängigkeit und politischer Verbindungen aus der Zeit der Sowjetära.
Premierminister Robert Fico hat wiederholt Skepsis gegenüber Sanktionen gegen Russland und militärischer Unterstützung für die Ukraine geäußert und argumentiert, eine Konfrontation mit Moskau schade slowakischen Interessen.
Seine Rückkehr an die Macht markierte eine Abkehr von der deutlich pro-ukrainischen Haltung früherer Regierungen.
Obwohl die Slowakei weiterhin Mitglied der EU und der NATO ist, sagen Analysten, der Stopp der Militärhilfe verstärke den Eindruck, dass sich Bratislava näher an die Linie Moskaus positioniere, auch wenn Regierungsvertreter diese Einschätzung zurückweisen.
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Sorgen in der EU
Der slowakische Präsident Peter Pellegrini, Premierminister Robert Fico und Parlamentspräsident Richard Raši betonten, dass die Europäische Union weiterhin ein zentraler Rahmen für die Slowakei sei und das Land innerhalb des Staatenbundes bleiben wolle.
Gleichzeitig warnte Fico, die EU stehe vor einer ungewöhnlich tiefen Krise.
„Ich möchte nicht, dass sich die Slowakei in dieser Krise der Europäischen Union wie ein verletztes Reh verhält und zum Opfer tiefgreifender Veränderungen wird, die sich in Europa vollziehen könnten“, sagte er.
Die Aussagen zeigen, wie die slowakische Führung einen schmalen Grat zwischen der Aufrechterhaltung der EU-Mitgliedschaft und wachsender Skepsis gegenüber der aktuellen Ausrichtung des Staatenbundes beschreitet.
Quellen: Aktuality, Ziare.com