Startseite Krieg Hochrangiger russischer Offizier unter fünf Toten nach Explosion in Moskau

Hochrangiger russischer Offizier unter fünf Toten nach Explosion in Moskau

Explosion Alexander Chayko
Shutterstock + Mil.ru, CC BY 4.0 / Wiki Commons

Fünf Menschen wurden bei einer privaten Zusammenkunft mit hochrangigen Funktionären getötet. Vieles von dem, was geschehen ist, bleibt unbestätigt.

Am 1. August explodierte im Moskauer Restaurant Balzi Rossi während einer Geburtstagsfeier für Generaloberst Alexander Tschaiko, den Oberbefehlshaber der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte, eine Bombe.

The Daily Express berichtete, dass fünf Menschen ums Leben kamen und neun weitere verletzt wurden. Unter den Toten befand sich der 53-jährige Generalleutnant Igor Jerusalimow, ein hochrangiger russischer Militärangehöriger, der später unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beigesetzt wurde.

Kurierin soll Geschenkpaket überbracht haben

An der Zusammenkunft nahmen Militärkommandeure, Politiker und Staatsbeamte teil. Tschaiko soll unverletzt geblieben sein.

Mit Russland verbundene Telegram-Kanäle, auf die sich The Daily Express berief, berichteten, dass eine Kurierin mit einem Paket eingetroffen sei, das als Geschenk für Tschaiko bezeichnet wurde. Ein Sicherheitsbeamter soll sie in der Nähe des Eingangs aufgehalten haben, bevor der Sprengsatz explodierte.

Diesen Berichten zufolge könnte die Kurierin nicht gewusst haben, dass sich Sprengstoff in dem Paket befand. Sowohl sie als auch der Sicherheitsbeamte sollen ums Leben gekommen sein.

Tschaikos Tochter Maria soll ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben. Sein Schwiegersohn Daniil Peredrij soll an den Verletzungen gestorben sein, die er bei der Explosion erlitten hatte.

Jerusalimow unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beigesetzt

Jerusalimow wurde von der Zeitung als ranghöchstes Opfer der Explosion bezeichnet. Ein russischer Telegram-Kanal mit mutmaßlichen Verbindungen zu Strafverfolgungsbehörden berichtete, Präsident Wladimir Putin habe ihn zweimal befördert.

Die Beisetzung fand ohne öffentliche Ankündigung auf dem Trojekurowskoje-Friedhof in Moskau statt.

Der Kreml hat weder eine vollständige Liste der Opfer veröffentlicht noch detaillierte Angaben zu den Ermittlungen gemacht. Behauptungen, ukrainische Sicherheitsdienste seien für den Anschlag verantwortlich, bleiben unbestätigt.

Umstrittene Angaben zu Verlusten an der Front

The Daily Express verweist zudem auf ukrainische Militärangaben, wonach die russischen Streitkräfte im Juli 42.860 Verluste erlitten hätten.

Das Institute for the Study of War erklärte, die Zahlen deuteten auf steigende Verluste hin, ohne dass es gleichzeitig vergleichbare territoriale Gewinne gegeben habe. Das Institut stützt seine Einschätzungen unter anderem auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen und auf ukrainische Berichte.

Dem Institut zufolge versucht der Kreml, das Tempo seines Vormarschs durch übertriebene Behauptungen „verzweifelt zu verschleiern“.

Russland hat keine aktuellen Verlustzahlen veröffentlicht, die sich direkt mit den ukrainischen Schätzungen vergleichen lassen.

Quellen: The Daily Express, The Institute for the Study of War