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Irak sendet klare Botschaft an Putin: Schluss mit der Rekrutierung irakischer Staatsbürger für Russlands Armee

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Der Irak bereitet neue Maßnahmen vor, nachdem Bedenken aufgekommen sind, dass seine Staatsbürger in Russlands Krieg gegen die Ukraine hineingezogen werden.

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Der Schritt folgt auf Gespräche mit ukrainischen Vertretern und neue Daten zur ausländischen Rekrutierung durch Moskau.

Bagdad erklärt, dass die Maßnahme sowohl rechtliche Bedenken als auch die erklärte außenpolitische Haltung des Landes widerspiegelt, während die internationale Aufmerksamkeit weiterhin auf Russlands Einsatz ausländischer Kämpfer gerichtet ist.

Wachsende Sorge

Der Irak richtet eine staatliche Kommission ein, um die Rekrutierung irakischer Jugendlicher in die russischen Streitkräfte zu untersuchen und zu verhindern, wie das von der Ukraine betriebene Projekt “I Want to Live” berichtet.

Die Initiative wurde bei Treffen zwischen ukrainischen und irakischen Vertretern erörtert.

Der Geschäftsträger des Irak in der Ukraine, Tarek Kazem, sagte, die Behörden seien zunehmend besorgt darüber, dass junge Iraker dazu bewegt würden, sich Russlands Kriegsanstrengungen anzuschließen.

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Die Kommission soll eng mit dem Obersten Justizrat des Irak zusammenarbeiten und sich darauf konzentrieren, Rekrutierungsnetzwerke zu unterbinden und gleichzeitig damit verbundene Rechtsverstöße zu verfolgen.

Rechtliche Konsequenzen

Kazem betonte, dass das irakische Recht solche Aktivitäten als schweres Verbrechen einstuft.

“Die irakische Seite stellte außerdem fest, dass nach dem Strafgesetzbuch des Landes Söldnertum mit schwerer Haftung bis hin zu lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet wird”, sagte er.

Vertreter stellten die Entscheidung als Frage der Durchsetzung innerstaatlichen Rechts dar und nicht als Parteinahme in dem Konflikt.

Die geplante Kommission soll Zuständigkeiten klären und die Aufsicht stärken.

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Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes ist die Hotline von “I Want to Live” zu einem wichtigen Kanal geworden, um ausländische Staatsangehörige zu verfolgen, die in russische Dienste eintreten.

Neutrale Haltung

Irakische Vertreter unterstrichen zudem die diplomatische Position Bagdads.

“Irakische Diplomaten bestätigten die feste Haltung des Staates zu Neutralität und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes, im Einklang mit der Verfassung der Republik Irak”, heißt es in einer Erklärung.

Das Projekt “I Want to Live”, das im September 2022 gestartet wurde, betreibt eine rund um die Uhr besetzte Hotline, über die sich russische Soldaten freiwillig den ukrainischen Streitkräften ergeben können.

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst meldet einen stetigen Anstieg der ausländischen Rekrutierung durch Russland, was die Dringlichkeit der irakischen Reaktion erhöht.

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Rekrutierungstrends

Allein im Dezember wurden mehr als 150 ausländische Staatsangehörige aus 25 Ländern identifiziert, die sich der russischen Armee angeschlossen haben, während sich rund 200 weitere auf eine Einberufung vorbereiteten, sagte Oleh Ivashchenko, Leiter der Behörde.

Ivashchenko erklärte, finanzielle Anreize, ein vereinfachter Zugang zur russischen Staatsbürgerschaft und Amnestien für verurteilte Straftäter gehörten zu den Hauptgründen, warum sich Ausländer verpflichten.

Irakische Vertreter sagen, die neue Kommission solle sicherstellen, dass sich eine solche Rekrutierung nicht weiter im Irak ausbreitet.

Quellen: I Want to Live project, Kyiv Independent.

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