Der Iran hatte zuvor erklärt, dass er israelische Angriffe auf den Libanon als Verletzung des Abkommens zwischen den USA und dem Iran ansehen würde.
Frische Gewalt brach im Nahen Osten aus, nur wenige Tage nachdem Donald Trump bekannt gegeben hatte, dass die USA und der Iran eine Einigung zur Einstellung der Feindseligkeiten erzielt hätten.
Nach Angaben der BBC, die sich auf die libanesische Nationale Nachrichtenagentur beruft, starteten israelische Kampfjets am Mittwoch neue Luftangriffe auf Nabatieh al-Fawqa und Kfar Tebnit.
Israelische Beamte hatten zuvor erklärt, dass sie die Hisbollah, die vom Iran unterstützte bewaffnete Gruppe, ins Visier nähmen, doch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte das israelische Militär die neuen Berichte nicht kommentiert.
Dies geschah, nachdem ein israelischer Luftangriff am Sonntag Beirut getroffen hatte. Der Angriff folgte auf grenzüberschreitenden Raketenbeschuss der Hisbollah, ein Schritt, der die heiklen Friedensgespräche sofort zu gefährden drohte.
Zu viel Gewalt
Die anhaltenden Kämpfe haben scharfe Kritik aus Washington hervorgerufen. Während des G7-Gipfels warnte US-Präsident Donald Trump bereits vor den neuen Berichten über israelische Angriffe, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu „im Hinblick auf den Libanon verantwortungsvoller handeln müsse“.
Trump äußerte seine Frustration über die Opferzahlen. Er sagte Reportern, Israel kämpfe „zu lange“ gegen die Hisbollah und „zu viele Menschen würden getötet“.
Trotz seiner Kritik erinnerte der amerikanische Staatschef alle an seine tiefe Loyalität zu Israel. Er behauptete: „Ohne die Vereinigten Staaten gäbe es kein Israel. Ohne mich gäbe es kein Israel, weil kein anderer Präsident bereit gewesen sei, das zu tun, was ich getan habe.“
Trump äußerte auch sein Missfallen über den Sonntagsangriff auf Beirut. Er verwies auf seine enge Beziehung zu Netanjahu, gab aber zu, dass es ihm „nicht gefiel, dass er einen Angriff durchgeführt hatte … das sei zu viel gewesen“.
Der Iran hatte zuvor erklärt, dass jegliche israelischen Angriffe auf den Libanon sowie die fortgesetzte militärische Präsenz Israels als Verletzung des Abkommens angesehen würden, das am Freitag unterzeichnet werden soll.
„Israel ist nicht untergeordnet“
Nachdem US-Präsident Donald Trump das Abkommen mit dem Iran bekannt gegeben hatte, ging eine Welle wütender Reaktionen durch israelische politische Kreise.
Der lautstärkste Widerstand kam von einem führenden rechten Politiker. Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, kritisierte das Abkommen umgehend und stellte klar, dass sein Land Washingtons Führung nicht blind folgen werde.
Laut Kommentaren, die vom Middle East Monitor zitiert wurden, sagte Ben-Gvir: „Israel ist den Vereinigten Staaten nicht untergeordnet. Es ist ein unabhängiger und souveräner Staat, und kein von Trump geschlossenes Abkommen bindet uns. Wir sind in erster Linie dem Schutz unserer Bürger und Soldaten verpflichtet.“