Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un hat durch die Lieferung von Waffen und Truppen an Russland während des Krieges in der Ukraine rund 22 Milliarden Dollar an Auslandseinnahmen angehäuft.
Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un verfügt derzeit über mehr Reichtum als zu jedem anderen Zeitpunkt während seiner 15-jährigen Amtszeit. Sein Land hat seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine einen massiven Anstieg an Auslandseinnahmen verzeichnet. Dieser unerwartete finanzielle Aufschwung stammt größtenteils aus dem Verkauf von Militärgütern und der Entsendung von Truppen zur Unterstützung des andauernden Konflikts.
Profitieren von der militärischen Zusammenarbeit
Zwischen 2022 und 2025 nahm der nordkoreanische Führer rund 22 Milliarden Dollar an Devisen ein. Laut einem Bericht von Digi24, der auf einer Bloomberg-Analyse basiert, ist dieses finanzielle Wachstum größtenteils auf die gestiegenen Waffenverkäufe an Russland zurückzuführen. Experten vergleichen diese Waffengeschäfte mit einem Lottogewinn, während die erneute diplomatische Unterstützung durch China wirtschaftliche Stabilität bietet.
Ein großer Teil dieser neuen Einnahmen verbleibt jedoch außerhalb Nordkoreas. Da Kim Jong Un der Zugang zum internationalen Bankensystem verwehrt ist, kann er Bargeld nicht einfach über Grenzen hinweg transferieren. Stattdessen werden viele dieser internationalen Zahlungen durch den direkten Transfer von Gütern, Nahrungsmitteln und Militärtechnologie abgewickelt.
Die Gelegenheit ergab sich, als Moskau erkannte, dass es große Mengen älterer Artillerie aus der Sowjetzeit benötigte. Nordkorea besaß große Bestände dieser Waffen, die schnell zu wertvollen Ressourcen wurden. Laut Digi24 zeigen ukrainische Geheimdienstschätzungen, dass Nordkorea bis Ende 2025 bis zu 50% des russischen Bedarfs an schwerer Munition deckte.
Ausbau der nuklearen und militärischen Kapazitäten
Über den Verkauf von Artillerie hinaus hat Pjöngjang auch durch die Entsendung eigener Bürger an die Frontlinien profitiert. Berichten zufolge wurden zwischen 16.000 und 22.000 nordkoreanische Soldaten nach Russland verlegt. Im Austausch für diese Arbeitskräfte zahlt Moskau Berichten zufolge rund 2.000 Dollar pro Monat für jeden Soldaten.
Diese wachsende militärische Zusammenarbeit ist zu einer wichtigen treibenden Kraft für die nordkoreanische Wirtschaft geworden. Die nationale Bank of Korea prognostiziert, dass die Wirtschaft des Landes im Jahr 2025 um 3,5% wachsen wird. Dies wäre das dritte Jahr in Folge mit positivem Wirtschaftswachstum und stellt die stärkste finanzielle Periode seit der Verschärfung der internationalen Sanktionen dar.
Der Bericht von Digi24 merkt an, dass die Führung diesen Reichtum nutzt, um ihre militärischen Fähigkeiten rasch auszubauen. In den letzten zwei Jahren hat die Nation zwei riesige Zerstörer vorgestellt, die die größten Kriegsschiffe in ihrer Geschichte sind. Das Land verbessert zudem die Konstruktion seiner ballistischen Raketen, um mehr internationale Waffenkäufer anzulocken.
Stärkung der globalen diplomatischen Beziehungen
Zusätzlich zum Bau neuer Waffen nutzt Nordkorea seinen finanziellen Aufschwung, um seine Außenbeziehungen neu zu gestalten. Während die militärischen Beziehungen zu Russland von entscheidender Bedeutung bleiben, arbeitet das Land auch daran, seine Abhängigkeit von Moskau zu verringern. Im vergangenen Jahr sind hochrangige Beamte aus mehreren Nationen, darunter Singapur, Indonesien, Belarus und Vietnam, nach Pjöngjang gereist.
Unterdessen vertieft sich die militärische Partnerschaft mit Russland vor Ort weiter. Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass im Westen Russlands eine spezialisierte nordkoreanische Raketeneinheit aufgestellt wird. Dieser Einsatz umfasst Berichten zufolge Dutzende von Militärangehörigen und mehrere Trägerraketen, die mit über hundert ballistischen Raketen ausgestattet sind.
Gleichzeitig gehen Geheimdienste davon aus, dass Russland neue Lieferungen dieser ballistischen Waffen erhalten hat. Nach einer Pause von fast einem Jahr haben russische Streitkräfte Berichten zufolge damit begonnen, nordkoreanische Raketen bei ihren Angriffen häufiger einzusetzen. Dieser Austausch von Waffen gegen Reichtum erhält beide Nationen inmitten globaler Sanktionen weiterhin am Leben.