Das ist eine Art zu reagieren …
Am 14. Juli hielt der russische Außenminister Sergei Lawrow eine Pressekonferenz ab, in der er die jüngste Kampagne der Ukraine gegen russische Schiffe verurteilte.
„Wissen Sie, was das ukrainische Regime tut, ist nicht einmal Piraterie“, sagte Lawrow laut Berichten. „Piraten stehlen zumindest für sich selbst. Hier nehmen sie weder etwas für sich selbst noch lassen sie andere daran teilhaben; sie wollen einfach nur Schaden anrichten und Angst verbreiten. Das ist purer Terrorismus“, sagte er laut der Kyiv Post.
Wie reagierte die Ukraine also auf Lawrows scharfe Kommentare? Indem sie weitere 20 russische Schiffe angriff.
Scharfe Worte
Drohnenkommandant Robert „Madyar“ Brovdi verkündete den erfolgreichen Angriff in den sozialen Medien und erklärte, dass die Operation gezielt auf den Staatstag der Ukraine abgestimmt worden sei.
„Die nächste Phase der SBS-Operation MoLoCHKa wurde zum Staatstag der Ukraine eingeläutet – SBS Birds im Schwarzen Meer. Der Punktestand ist eröffnet: Die ersten 20 Tanker wurden in der Nacht zum 15. Juli getroffen“, schrieb Brovdi auf Telegram.
Der Angriff markiert eine erhebliche Ausweitung der Kiewer Kampagne. Zuvor hatten sich diese Drohnenoperationen hauptsächlich auf das flachere Asowsche Meer konzentriert.
Laut dem Kommandanten umfassten die Ziele 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppboot. Er richtete zudem einen direkten Seitenhieb gegen Moskaus ranghöchsten Diplomaten.
„Keine Piraterie, Lawrow – nur Geschäft. Eures, blutig“, fügte Brovdi hinzu.
Versorgungslinien kappen
Kiews strategisches Ziel mit der Kampagne ist es, Russlands Versorgungslinien zu stören und die Treibstoffzufuhr zur besetzten Krim zu unterbinden, wodurch die russisch besetzte Halbinsel effektiv isoliert wird.
Dies schadet auch den Finanzen des Kremls. Die Angriffe erschweren es Moskau erheblich, das Öl zu exportieren, das seine Kriegsanstrengungen finanziert.
Die Strategie scheint aufzugehen. Reuters überprüfte Satellitenbilder, die zeigten, dass eine Gruppe von rund 40 Schiffen, die im Juni nahe der Straße von Kertsch warteten, auf nur noch eine Handvoll geschrumpft war.
Russland hat den Verkehr durch einen wichtigen Schifffahrtskanal nun vorübergehend eingestellt. Durch die Angriffe auf diese kleineren Schiffe übt die Ukraine zusätzlichen Druck auf den russischen Handel aus.