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Neue russische Mobilisierungstaktik: Unternehmen werden gezwungen, Mitarbeiter in den Kampf zu schicken

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Drop of Light / Shutterstock.com

Unternehmen können ihre Mitarbeiter freikaufen, doch das ist teuer.

Ein Unternehmen zu führen bedeutet normalerweise, Budgets auszugleichen, Personal zu verwalten und Kunden zufriedenzustellen – doch in Russland bedeutet es offenbar auch, zu entscheiden, welche Mitarbeiter in einem fremden Land kämpfen sollen.

Dem unabhängigen YouTube-Kanal TV Rain zufolge zwingen regionale Behörden in Russland lokale Unternehmen dazu, ihre Mitarbeiter für den Krieg in der Ukraine abzustellen.

Weigert sich ein Unternehmen, sein Personal zu entsenden, muss es stattdessen einen hohen Preis zahlen.

Die durchgesickerten Dokumente

Die Informationen wurden nicht unabhängig überprüft, doch der YouTube-Kanal beruft sich auf ein durchgesickertes Militärdokument aus dem Jahr 2026, das die Regeln für einen Bezirk festlegt.

Laut RBC-Ukraine berichtete eine der Verwaltung nahestehende Quelle gegenüber TV Rain, dass dieses System landesweit angewendet werde.

Die Dokumente legen detailliert dar, wie viele Personen in jedem Unternehmen arbeiten. Sie richten sich an Männer im Alter zwischen 20 und 60 Jahren und legen eine strenge Quote fest, wie viele Mitarbeiter jedes Unternehmen an die Front entsenden muss.

Lokale Führungskräfte erhalten diese Zahlen von den regionalen Hauptquartieren. Sie geben die Last dann an lokale Geschäftsinhaber weiter, die die erforderlichen Personen finden müssen, um die Quoten zu erfüllen.

Finanzielle Auswege

Für Unternehmen, die es sich nicht leisten können, ihre Mitarbeiter zu verlieren, bietet die Regierung eine Freikaufoption an. Sie können etwa 100.000 Rubel zahlen, um sich freizukaufen. Das entspricht ungefähr 1.300 US-Dollar.

Das Geld dient der Beauftragung externer Agenturen, um alternative Kandidaten für das Militär zu finden. TV Rain berichtete, dass diese Summe für kleine lokale Unternehmen eine erhebliche finanzielle Belastung darstelle.

Das System sei Berichten zufolge nicht auf private Unternehmen beschränkt. Den Berichten zufolge wurde ein lokales Kreiskrankenhaus angewiesen, trotz eines gravierenden Mangels an medizinischem Personal in der Region zwei Mitarbeiter für die Front zu stellen.

Steigende Freikaufkosten

Ein Geschäftsmann aus Sibirien erklärte, dass diese Forderungen nicht neu seien. Er sagte, Behörden hätten Arbeitgebern bereits 2024 mit harten Unternehmensinspektionen gedroht, sollten sie keine Mitarbeiter für den Militärdienst bereitstellen.

Bis 2025 sei das Freikaufsystem üblich geworden, doch der Preis sei schnell gestiegen. Der sibirische Geschäftsinhaber gab an, er sei gezwungen gewesen, 450.000 Rubel oder etwa 5.800 US-Dollar für jede Person zu zahlen, die er behalten wollte.

Unterdessen beobachten ukrainische Beamte diese Rekrutierungsbemühungen genau. Die ukrainische Militärführung geht davon aus, dass der Kreml eine weitere groß angelegte öffentliche Mobilisierung bis nach den Wahlen zur Staatsduma im September vermeiden könnte.