Die Truppen sollen 2027 in ihre neue dauerhafte Basis verlegt werden.
Russlands langjähriger Verbündeter Belarus baut eine brandneue militärische Eliteeinheit auf. Bekannt als die 37. Separate Luftlandebrigade, untersteht die Gruppe direkt den Spezialoperationskräften des Landes.
Nach Angaben des belarussischen Nachrichtenportals Zerkalo haben Militärkommandeure bereits Schlüsseloffiziere rekrutiert und erstes Personal zum Dienst einberufen. Hinter den Kulissen läuft die Maschinerie schnell an.
Militärvertreter haben bereits das erste Bataillon für die neue Brigade organisiert. Im Laufe des Jahres 2026 planen die Verantwortlichen, ein zweites Bataillon sowie Artillerie-, Flugabwehr- und spezialisierte Aufklärungseinheiten hinzuzufügen, um die Truppe zu vervollständigen.
„Sie wird unweit von Gomel stationiert sein. Wir haben bereits mit der Aufstellung der Militäreinheiten begonnen, und ein Bataillon wurde gebildet. In diesem Jahr bilden wir ein weiteres Bataillon, Kampfunterstützungseinheiten, Artillerie, Flugabwehreinheiten und Aufklärungseinheiten“, sagte der Kommandeur der Spezialoperationskräfte, Aljaksandr Iljukewitsch, im Februar auf dem staatlichen Sender VoenTV, laut Zerkalo.
Näher an der Gefahr
Die neue Brigade wird nahe der Stadt Gomel stationiert sein, nur 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Die Truppen sollen bis 2027 in ihre dauerhafte Basis verlegt werden.
Dies stellt eine klare Erweiterung der militärischen Struktur des Landes dar. Belarus unterhält derzeit drei ähnliche Eliteformationen, die in Wizebsk, Brest und nahe der Hauptstadt Minsk stationiert sind.
Der Aufbau der benötigten Infrastruktur hat Jahre in Anspruch genommen. Die Finanzierung für eine Garnison und einen Schießstand nahe Gomel läuft nach Angaben des International Strategic Action Network for Security bis 2028. Berichte vom Januar 2026 zeigten auch Arbeiten nahe der Bahnstation Jakimauka.
Laut United24 Media hat die politische Führung in Belarus die strategischen Verschiebungen entlang der Grenze offen anerkannt.
Am 22. Juli sagte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko, er habe Spezialkräfte angewiesen, sich entlang der südlichen Grenze zu verteilen. Dennoch bestand er darauf, dass die Maßnahme der Erhöhung der Sicherheit diene und nicht dazu, einen Angriff zu starten.
„De facto annektiert“ von Russland
Nach Angaben des Institute for the Study of War habe Russland Belarus „de facto annektiert“ und mache den benachbarten Verbündeten, zumindest militärisch, zu einer Erweiterung Russlands.
Im März zitierte der Think Tank Berichte, wonach Russland plane, vier Bodenstationen in Belarus zur Steuerung von Drohnenangriffen auf die Ukraine zu stationieren.
Zusätzliche Berichte deuteten damals darauf hin, dass Russland auch plane, eine unbestimmte Anzahl belarussischer Truppen in die besetzten ukrainischen Gebiete zu entsenden.