Der Kreml hat keine offizielle Erklärung abgegeben.
Was als große Feier militärischer Macht gedacht war, endete in einer demütigenden, stark reduzierten Veranstaltung, als Russland seine massive Parade zum Tag der Marine am 26. Juli zum zweiten Mal in Folge absagte.
Ein Sprecher der russischen Marine erklärte dem lokalen Medium Fontanka, es sei „nicht der richtige Zeitpunkt“ für umfassende Feierlichkeiten, und der Kreml nannte keinen offiziellen Grund.
Beobachter und Analysten vermuten, dass der Grund für die Reduzierung der jährlichen Veranstaltung die ukrainische Langstreckenkampagne ist, da die Parade in St. Petersburg stattfinden sollte – der Stadt des russischen Marinehauptquartiers sowie Putins Geburtsstadt.
Noch am 24. Juli trafen ukrainische Drohnen ein Lagerhaus in der Nähe von St. Petersburg und bewiesen damit, dass die russische Stadt gut in Reichweite der Langstreckenkampagne liegt.
Das Internet macht sich darüber lustig
Anstelle der großen Marineparade hielt Putin eine Ansprache vor Matrosen im Inneren der Admiralität, doch es war die Ankunft des russischen Staatschefs bei der Veranstaltung, die die größte Aufmerksamkeit erregte.
Aufnahmen von Putins Ankunft zeigen ihn, wie er von einer kleinen Gruppe Marineinfanteristen begrüßt wird, und im Hintergrund war ein riesiges gedrucktes Banner eines Atom-U-Boots zu sehen, anstatt tatsächlicher Schiffe.
Online-Beobachter bemerkten die fehlende Flotte sofort.
Der ukrainische Kanal Military News UA bemerkte auf X, dass „eine Parade am Tag der Marine stattfand, aber ohne die Flotte selbst“.
Ein anderer X-Nutzer bemerkte, dass Putins Angst vor Attentaten und Putschversuchen der Grund für die stark reduzierte Veranstaltung gewesen sei.
Der Artikel wird unten fortgesetzt.
Zunehmende Drohnenbedrohung
Die Sicherheitsbedenken haben im ganzen Land zugenommen, da ukrainische Langstreckendrohnen tiefer in Großstädte vordringen. St. Petersburg liegt etwa 965 Kilometer von der Ukraine entfernt. Dennoch erreichen explosive Drohnen weiterhin Ziele in der Nähe.
Um kritische Standorte zu schützen, konzentrierten Verantwortliche im russischen Verteidigungsministerium schwere Flugabwehrsysteme um Moskau, wodurch andere wichtige Städte wesentlich stärker exponiert blieben. Die Anfälligkeit hat die Veranstalter gezwungen, vorsichtig zu bleiben.
Das Narrativ vorantreiben
Trotz des gedämpften Rahmens wiederholte Putin die bekannte Kreml-Rhetorik. Er erklärte, dass die russische Marine weiterhin entscheidend für die Erreichung der Kriegsziele in der Ukraine sei.
Er räumte auch das erdrückende wirtschaftliche Gewicht der Kämpfe ein. Laut Newsweek gab Putin zu, dass Moskau gezwungen sei, massive Ressourcen zur Finanzierung seiner Militäroperationen aufzuwenden.
Unterdessen stellte das Institute for the Study of War fest, dass Russland plane, neue Drohnenregimenter in seiner Nordflotte aufzubauen. Das Ziel sei einfach: die verbleibenden Kriegsschiffe vor unerbittlichen ukrainischen Angriffen zu schützen.
