Wenn Armeen feststecken, suchen Kommandeure normalerweise nach schwererer Artillerie oder frischen Truppen. Sie durchsuchen Nachschublager nach modernen Lösungen, um feindliche Linien zu durchbrechen. Doch eine Militärmacht hat sich nun einer ganz anderen Art von Verstärkung zugewandt. Russland ist in der Ukraine ins Stocken geraten.
Angesichts des erbitterten Widerstands suchen die Invasionstruppen verzweifelt nach einem Moralschub. Präsident Wladimir Putin könnte seine ultimative Waffe gefunden haben.
Die russisch-orthodoxe Kirche hat kürzlich einen Handknochen eines mittelalterlichen Fürsten an die Front geschickt. Die Reliquie gehört Dmitri Donskoi.
Er starb im Jahr 1389, doch die Kirchenführer erwarten, dass seine alten Überreste den modernen Truppen helfen werden, ihre Nachbarn zu besiegen.
Hilfe von oben
Religiöse Persönlichkeiten machen ihre Erwartungen überdeutlich. Laut HistorieNet erklärte Metropolit Wladimir von Donezk und Mariupol die Lieferung.
„Unsere Soldaten sowie die Menschen im Donbass brauchen Kraft von oben, Gottes Hilfe und den Segen unserer Heiligen“, sagte der Kirchenführer.
Dieses extreme Vertrauen ist in religiösen Kreisen tief verwurzelt. Der russische Priester und Historiker Waleri Duchanin erklärte der Publikation genau, was dieser heilige Knochen bewirken soll:
„Er wird sein Volk beschützen. Wir werden in diesem Krieg den Sieg erringen. Russland wird zweifellos gewinnen.“
Ein legendärer Kämpfer
Dmitri Donskoi ist nicht irgendein verstaubter Adliger. Im Jahr 1380 führte er eine riesige Armee gegen die Goldene Horde, eine Gruppe, die einen mächtigen Teil des ehemaligen Reiches von Dschingis Khan kontrollierte.
Ihr historischer Zusammenstoß auf dem Kulikowo-Feld wurde legendär. Als einfacher Fußsoldat verkleidet, kämpfte der Fürst im blutigen Schlamm und errang einen überwältigenden Sieg.
Der Triumph machte ihn zu einem unsterblichen russischen Helden. Die orthodoxe Kirche erkannte ihn 1988 offiziell als Heiligen an.
Nun, 646 Jahre später, trennten die Behörden seine rechte Hand von seinem Körper ab und schickten sie in einen modernen Krieg.
Die ganze Geschichte fehlt
Kreml-Beamte übergehen bequemerweise ein entscheidendes Detail. Der berühmte Adlige verlor tatsächlich den größeren Konflikt gegen das Reich.
Zwei Jahre nach seinem legendären Sieg kehrten die mongolischen Streitkräfte zurück, um sich zu rächen. Sie brannten Moskau nieder.
Die Invasoren zwangen den gedemütigten Adligen daraufhin, ihnen erneut Tribut zu zahlen. Nichts davon ist der heutigen russischen Führung wichtig.
Putin nutzt häufig historische Triumphe, um seine Nation als unaufhaltsame Festung darzustellen, und stützt sich auf alte Mythen, um die Öffentlichkeit gegen äußere Bedrohungen zu vereinen.
Ob tot oder lebendig, der alte Fürst ist offiziell wieder im Dienst. Moskau braucht jede Kraft auf dem modernen Schlachtfeld.
Quellen: HistorieNet