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Putins Kampfjet kämpft um seinen Ruf: Su-57-Wagnis über der Ukraine scheint gescheitert

SU-57
BeAvPhoto / Shutterstock.com

Russische Kampfjets tauchten kurzzeitig über der Ostukraine auf, offenbar mit einer Mission, die über reine Kampfeinsätze hinausging.

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Laut einem ukrainischen Piloten zeigte die Begegnung ebenso viel über Moskaus Exportambitionen wie über den Luftkrieg selbst.

Trotz des aufsehenerregenden Manövers scheint das Ergebnis den Kreml enttäuscht zu haben.

Jagd am Himmel

Ein ukrainischer MiG-29-Pilot sagte dem Radiosender Radio Svoboda, Russland habe Su-57-Kampfjets über der besetzten Region Donezk eingesetzt, offenbar mit dem Ziel, ukrainische Flugzeuge anzugreifen.

Der Pilot, dessen Identität aus Sicherheitsgründen nicht genannt wurde, sagte, die Jets seien in Dreiergruppen operiert.

Er erklärte, das ukrainische Kommando habe die Bewegungen der Su-57 genau beobachtet und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen.

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Dies habe eine entscheidende Rolle dabei gespielt, zu verhindern, dass die russischen Piloten ihr Ziel erreichten.

„Um die Su-57 zu verkaufen, mussten sie einen von uns abschießen“, sagte der Pilot. „Das war sehr deutlich, als ein Trio von Su-57 über Donezk flog.“

Marketing statt Kampf

Nach Angaben des Piloten zielte der Einsatz weniger darauf ab, die Lage auf dem Schlachtfeld zu verändern, sondern vielmehr darauf, den Ruf von Russlands Vorzeigekampfjet zu verbessern.

Ein erfolgreicher Abschuss hätte, so der Pilot, als wirkungsvolle Werbung dienen können.

„Sie haben die Mission nicht erfüllt. Sie haben keine Werbung gemacht. Die Flugzeuge wurden nicht verkauft“, sagte er und fügte hinzu, dass die Maschinen den Anspruch, eine bahnbrechende Plattform zu sein, nicht erfüllt hätten.

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Der Pilot argumentierte, dass Erfahrung und Koordination innerhalb der ukrainischen Luftwaffe eine mögliche „globale PR-Hype“-Kampagne rund um die Su-57 verhindert hätten.

Wenige Käufer, viele Zweifel

Russland bewirbt die Su-57 seit mehr als 15 Jahren als Tarnkappenjäger der fünften Generation.

Nach Berichten aus offenen Quellen hat diese Anstrengung bislang nur zu einem Exportvertrag geführt, angeblich mit Algerien.

Analysten haben die Tarnkappeneigenschaften des Flugzeugs wiederholt infrage gestellt, und Länder wie Indien haben sich gegen einen Kauf entschieden.

Der Mangel an Käufern ist zu einem wiederkehrenden Problem für Moskaus Rüstungsindustrie geworden.

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Der ukrainische Pilot sagte, diese Realität habe beeinflusst, wie vorsichtig Russland den Jet inzwischen einsetzt.

Leiser Rückzug

Laut dem Piloten sind Su-57 in der Nähe der Frontlinien inzwischen deutlich seltener zu sehen.

Der Verlust eines solchen Jets wäre, so sagte er, ein schwerer Schlag für Russlands Image und seine Bemühungen, Kunden zu gewinnen.

„Jetzt gibt es keine Su-57 mehr“, sagte er. „Sie tauchen nur noch sporadisch im Norden auf, und das sehr leise.“

Stattdessen setzt Russland bei Einsätzen gegen die Ukraine verstärkt auf die Kampfjets Su-30 und Su-35.

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Quellen: Radio Svoboda, WP