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Russland behauptet: Ausländische Geheimdienste greifen auf Telegram-Nachrichten von Soldaten zu

Russland behauptet: Ausländische Geheimdienste greifen auf Telegram-Nachrichten von Soldaten zu
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Russland bereitet sich darauf vor, den Zugang zu Telegram ab dem 1. April zu blockieren.

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Der Schritt folgt auf monatelange Spannungen zwischen Moskau und den Betreibern der App, da Behörden ihr vorwerfen, während des Krieges die nationale Sicherheit zu untergraben.

Nach Angaben der Behörden steht die Entscheidung im Zusammenhang mit Bedenken hinsichtlich des Datenzugriffs und der angeblichen Weigerung von Telegram, staatlichen Forderungen nachzukommen.

Wachsende Sicherheitsbedenken

Die Ankündigung erfolgt, nachdem der Minister für digitale Entwicklung, Maksut Schadajew, gewarnt hatte, dass ausländische Geheimdienste möglicherweise auf Nachrichten zugreifen, die russische Soldaten im Ukraine-Krieg über Telegram versenden.

Wie Interfax berichtet, sagte Schadajew am Dienstag, es gebe umfangreiche Beweise für eine Einmischung von außen.

„Viele Fakten belegen, dass ausländische Dienste Zugang zu Telegram-Einträgen haben und diese Daten anschließend nutzen, um militärische Operationen gegen unsere Armee durchzuführen“, sagte er.

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Er betonte, es handle sich nicht mehr um vereinzelte Vorfälle, sondern um ein Problem „systemischer Natur“.

Nach Angaben des Ministers habe das Ausmaß der Problematik zugenommen, was grundsätzliche Fragen zur Sicherheit militärischer Kommunikation auf kommerziellen Plattformen aufwerfe.

Ignorierte Löschanfragen

Schadajew warf Telegram außerdem vor, russischen Regulierungsanforderungen nicht nachzukommen.

Das Ministerium erklärte, das Unternehmen habe auf rund 150.000 Aufforderungen zur Entfernung von Inhalten, die nach russischem Recht als illegal gelten, nicht reagiert.

Die beanstandeten Inhalte hätten unter anderem pornografische und nationalsozialistische Beiträge sowie Inhalte umfasst, die „die russischen Streitkräfte diskreditieren“.

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Der Streit verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen dem Kreml und der Plattform, die trotz wiederholter Versuche strengerer Kontrolle in Russland weiterhin weit verbreitet genutzt wird.

Störungen an der Front

Bereits am 10. Februar verhängte Einschränkungen hätten laut Behörden die Kommunikation einiger Einheiten der russischen Armee erschwert.

Diese Maßnahmen hätten Berichten zufolge die Koordination von Truppen beeinträchtigt, die Telegram im Krieg gegen die Ukraine als zentrales Kommunikationsmittel nutzen.

Die geplante Blockade ab dem 1. April stellt den bislang schwerwiegendsten Schritt in Moskaus Vorgehen gegen die App dar und könnte den Informationsfluss im Land grundlegend verändern.

Telegram hat sich bislang nicht öffentlich zu den jüngsten Vorwürfen geäußert.

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Quellen: Interfax, Bloomberg, WP