Der ehemalige Installateur soll angeblich ein sehr restriktives Beschaffungssystem geschaffen haben, das ihm die vollständige Kontrolle über den Drohnenkauf gibt.
Ein ehemaliger Geschäftsmann für Sanitärbedarf steht im Mittelpunkt eines wachsenden Militärskandals in Russland.
Juri Waganow leitet die russischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, doch sein Hintergrund brachte ihm unter den Truppen den Spitznamen „Yura die Toilette“ ein.
Doch laut einem Bericht des Nachrichtenportals ASTRA vom 16. Juni, zitiert von United24Media, hat Waganow ein stark restriktives Beschaffungssystem innerhalb des Verteidigungsministeriums eingerichtet. Dieses Netzwerk soll sicherstellen, dass das Militär nur Drohnen kauft, die er persönlich genehmigt.
Die Situation hat heftige Kritik von russischen Militärbloggern ausgelöst. Viele befürchten, dass sich diese strengen Beschränkungen negativ auf die Qualität der an die Front gelieferten Ausrüstung auswirken.
Gefahr an der Front
Die Überprüfung dieser neuen Waffen erfolgt in einer spezialisierten Testeinrichtung. Drohnenmodelle müssen Feldtests im Rubikon-Zentrum durchlaufen, wo die Bediener prüfen, ob sie die erforderlichen Standards erfüllen.
Das System scheint jedoch eine Schattenseite zu haben. Als Hersteller die Mitarbeiter des Rubikon-Zentrums fragten, warum bestimmte Modelle abgelehnt wurden, erhielten sie eine erschreckende Erklärung.
Der ASTRA-Kanal berichtete, dass Hersteller „die Operatoren von ‚Rubikon‘ direkt kontaktierten und höfliche Fragen zu dem Thema stellten: Wie kam es dazu? Daraufhin erhielten sie (und dokumentierten) die Antwort, dass jene Artikel, die nicht von der ‚Empfehlung‘ von Groza-Waganow begleitet werden, abgelehnt werden müssen, andernfalls ‚in den Angriff‘.“
Das Testpersonal steht vor einer düsteren Wahl. Es muss entweder nicht genehmigte Ausrüstung ablehnen oder als Strafe an der Front kämpfen.
Fehlerhafte Ausrüstung, hohe Ziele
Waganow verfügt über keine formale militärische Ausbildung. Zuvor leitete er das Sudoplatow-Projekt, einen Großlieferanten von First-Person-View-Drohnen. Doch die Qualität dieser Geräte stieß bei den Bedienern auf heftige Kritik.
Ein prominenter Blogging-Kanal, „Chronicle of a UAV Operator“, warnte, dass die Verwendung dieser Ausrüstung „lebensgefährlich für die Besatzung“ sei. Waganow droht die Entlassung, obwohl er sich Berichten zufolge auf den Schutz von Vizeverteidigungsminister Kriworutschko verlassen kann.
Dieses interne Chaos kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Daten des ukrainischen Militärgeheimdienstes zeigen, dass Russland eine massive Ausweitung der Drohnenproduktion bis 2026 plant.
Moskau strebt an, in diesem Jahr 110.000 Einheiten zu bauen und die tägliche Produktion von 142 Drohnen im Januar auf 455 bis Dezember zu steigern. Doch angesichts der kursierenden Korruptionsvorwürfe könnten diese ehrgeizigen Ziele in Gefahr sein.