In Russlands Marinekommando im Süden breitet sich ein Gefühl der Unruhe aus.
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Wiederholte ukrainische Angriffe haben neue Fragen zu Führung und Sicherheit aufgeworfen.
Hinter den Kulissen könnten bereits Vorbereitungen für einen bedeutenden Personalwechsel laufen.
Der Druck wächst
Russische Behörden erwägen laut Informationen von obozrevatel.com, die sich auf mit der Atesh-Bewegung verbundene Partisanen stützen, den Kommandeur der Schwarzmeerflotte zu ersetzen.
Den Berichten zufolge ist Moskau zunehmend frustriert über erfolgreiche ukrainische Angriffe auf Flottenstützpunkte, Schiffe und zugehörige Infrastruktur.
General Sergej Pintschuk soll das Vertrauen hochrangiger Entscheidungsträger verloren haben.
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Als möglicher Nachfolger gilt Vizeadmiral Ildar Achmersow, derzeit stellvertretender Kommandeur der Flotte.
Atesh zufolge hängt die mögliche Absetzung mit wiederholten Versäumnissen beim Schutz zentraler Marineanlagen zusammen.
Sicherheitsversagen
Nach Angaben der Partisanengruppe ist der geplante Wechsel auf „systemische Versäumnisse bei der Sicherung von Stützpunkten und Schiffen sowie eine extrem geringe Wirksamkeit bei der Bekämpfung ukrainischer unbemannter Boote“ zurückzuführen.
Ukrainische Streitkräfte setzen stark auf maritime Drohnen, um russische Stellungen im Schwarzen Meer anzugreifen.
Diese Angriffe haben Schiffe beschädigt und den Betrieb mehrerer Stützpunkte gestört.
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Die Gruppe argumentiert, dass die russischen Verteidigungsmaßnahmen zu langsam reagiert hätten und Schiffe sowie Infrastruktur dadurch ungeschützt blieben.
Signale aus Moskau
Atesh verwies zudem auf einen kürzlichen Besuch hochrangiger Vertreter aus Moskau im Hauptquartier der Schwarzmeerflotte in Noworossijsk.
Solche Reisen deuteten häufig auf interne Überprüfungen und bevorstehende Personalentscheidungen hin, so die Gruppe.
Der Besuch werde von den Partisanen als Zeichen dafür gewertet, dass die Unzufriedenheit innerhalb der russischen Militärführung ein kritisches Niveau erreicht habe.
Weder das russische Verteidigungsministerium noch Vertreter der Flotte haben sich öffentlich zu den Berichten geäußert.
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Rolle der Partisanen
Atesh bezeichnet sich selbst als eine ukrainisch-tatarische Partisanengruppe, die gegen russische Ziele in besetzten Gebieten und im Hinterland operiert.
Sie beansprucht, seit Beginn der groß angelegten Invasion eine Rolle bei Angriffen auf die Schwarzmeerflotte gespielt zu haben.
„Seit 2022 führen wir systematisch Aufklärung über Schiffe der Schwarzmeerflotte, Reparatureinrichtungen, Militäreinheiten und Marinestützpunkte auf der Krim und in Noworossijsk durch. Unsere Informationen helfen den ukrainischen Verteidigungskräften, diese Flotte zu zerstören“, erklärte die Gruppe.
Steigende Verluste
Obozrevatel.com berichtete, dass in den vergangenen sechs Monaten mindestens acht erfolgreiche ukrainische Angriffe mit unbemannten Booten Einrichtungen der Schwarzmeerflotte getroffen haben.
Ziele waren demnach Sewastopol und andere Stützpunkte auf der Krim.
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Atesh erklärte, mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen und verzögerte Reaktionen seien in internen russischen Berichten dokumentiert worden.
„Diese Fakten wurden in internen Berichten festgehalten, woraufhin die Frage eines Führungswechsels auf eine höhere Ebene gehoben wurde“, so die Gruppe.
Quellen: obozrevatel.com, Atesh, O2.