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Ukraine fordert umfassendere Waffenruhe – Russland erwägt symbolische Pause am 9. Mai

Volodymyr Zelensky
Saeima / Wiki Commons

Ein neues Signal aus Moskau über eine mögliche Kampfpause hat in Kyjiw eine vorsichtige Reaktion ausgelöst, jedoch keinen Optimismus. Was oberflächlich wie eine diplomatische Geste wirken könnte, zeigt stattdessen, wie verhärtet die Positionen weiterhin sind.

Die letzten direkten Gespräche unter Beteiligung der Ukraine, Russlands und der Vereinigten Staaten fanden am 16. Februar statt. Seitdem hat sich der Prozess nicht nur verlangsamt, sondern ist faktisch zum Stillstand gekommen. Ein geplantes Folgetreffen wurde abgesagt, noch bevor es überhaupt beginnen konnte.

Der Fokus Washingtons hat sich teilweise in den Nahen Osten verlagert, schreibt der Kyiv Independent, insbesondere auf die Spannungen rund um den Iran. Diese Verschiebung hat die Aufmerksamkeit von den Verhandlungen über die Ukraine abgezogen.

Moskau scheint seinerseits nicht daran interessiert zu sein, daran etwas zu ändern. Außenminister Sergej Lawrow machte kürzlich deutlich, dass Gespräche mit Kyjiw derzeit keine vorrangige Angelegenheit sind. Das lässt wenig Spielraum und noch weniger Dringlichkeit.

Eine Pause für einen Tag

Die neue Entwicklung folgte auf ein Telefonat am 29. April zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-Präsidenten Donald Trump. Während dieses Gesprächs brachte Putin die Idee ins Spiel, die Kämpfe während der russischen Feierlichkeiten zum Tag des Sieges am 9. Mai auszusetzen.

Kyjiw wies dies nicht sofort zurück, doch die Reaktion war deutlich. Laut der ukrainischen Publikation stellte Selenskyj klar, dass die Ukraine kein Interesse an einer symbolischen Pause im Zusammenhang mit einer Parade hat:

„Wir werden klären, worum es sich dabei genau handelt — um einige Stunden Sicherheit für eine Parade in Moskau oder um etwas mehr. Unser Vorschlag ist eine langfristige Waffenruhe, verlässliche und garantierte Sicherheit für die Menschen und ein dauerhafter Frieden.“

Ukrainische Vertreter haben inzwischen Washington kontaktiert, um festzustellen, was Moskau tatsächlich anbietet — falls überhaupt etwas.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die Waffenruhe würde einseitig verkündet. Eine Zustimmung aus Kyjiw ist nicht erforderlich. Er ließ zudem zentrale Details offen, darunter den genauen Beginn und das Ende.

Wenig Vertrauen geblieben

Es gibt einen Grund, warum die Ukraine nicht bereit ist, diese Idee vorschnell zu übernehmen. Frühere Waffenruhen hielten nicht — nicht einmal kurzfristig.

Während der orthodoxen Osterzeit verzeichnete Kyjiw mehr als 400 Verstöße, berichtet der Kyiv Independent.

Diese Erfahrungen wiegen schwer. Ukrainische Vertreter drängen nun auf durchsetzbare Bedingungen, nicht auf symbolische Pausen, die innerhalb weniger Stunden auslaufen.

Auch Russlands eigene Vorbereitungen deuten auf Unsicherheit hin. Die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Moskau wurden aus Sicherheitsgründen reduziert. Das Risiko von Angriffen ist nicht verschwunden.

Auch die größere Kluft hat sich nicht verändert. Die Ukraine ist bereit, die derzeitigen Frontlinien als Ausgangspunkt einzufrieren. Russland besteht darauf, dass sich ukrainische Streitkräfte aus Teilen des Donbas zurückziehen. Beide Positionen bleiben unvereinbar.

Vorerst bestimmt diese Kluft die Lage. Über eine eintägige Waffenruhe kann gesprochen werden. Eine echte Waffenruhe erscheint weiterhin fern.

Quelle: Kyiv Independent